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| − | Wie kommunziert man, wenn Verbalsprache nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. | + | Wie kommuniziert man, wenn Verbalsprache nicht oder nur eingeschränkt möglich ist? |
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| − | == Allgemeines== | + | ==[[Allgemeines]]== |
| − | Die Betreuer:innen sind nach § 1821 BGB dazu verpflichtet, sich im stetigen Austausch mit den von ihnen zu betreuten Personen zu sein. Um auf die Wünsche und Angelegenheiten von den zu betreuten Menschen eingehen zu können, bedarf es ein hohes Maß an kommunikativen Fähigkeiten. Dies bedeutet alle Arten von Kommunikationen erkennen und deuten zu können. Besonders die Kommunikation von Betreuer:innen und Betreuten ist wichtig, da die Zusammenarbeit zum Ziel hat, die [[Selbstbestimmung]] und Selbstwirksamkeit zu unterstützen und zu formen. | + | Die [[Betreuer]]:innen sind nach § 1821 BGB dazu verpflichtet, im stetigen Austausch mit den von ihnen betreuten Personen zu sein. Um auf die Wünsche und Angelegenheiten der betreuten Menschen eingehen zu können, bedarf es eines hohen Maßes an kommunikativen Fähigkeiten. Dies bedeutet, alle Arten von Kommunikationen erkennen und deuten zu können. Besonders die Kommunikation von Betreuer:innen und Betreuten ist wichtig, da die Zusammenarbeit zum Ziel hat, die [[Selbstbestimmung]] und Selbstwirksamkeit zu unterstützen und zu formen. |
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| | ==Elemente der Kommunikation== | | ==Elemente der Kommunikation== |
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| | Die paraverbale Kommunikation beschäftigt sich damit, wie etwas ausgedrückt wird. Dabei geht es um die Kommunikation, die neben dem Gesprochenen stattfindet. | | Die paraverbale Kommunikation beschäftigt sich damit, wie etwas ausgedrückt wird. Dabei geht es um die Kommunikation, die neben dem Gesprochenen stattfindet. |
| − | Es gibt unterschiedliche Ausdrucksformen, durch die die paraverbale Kommunikation widerspiegelt. Durch eine bestimmte Wortwahl kann die Kommunikation paraverbal verstanden werden, so kann hier bestimmtes Vorwissen zum Vorschein kommen. | + | Es gibt unterschiedliche Ausdrucksformen, durch die die paraverbale Kommunikation funktioniert. Durch eine bestimmte Wortwahl kann die Kommunikation paraverbal verstanden werden, so kann hier ein bestimmtes Vorwissen helfen. |
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| − | Die Formulierung ist ein weiterer wichtiger Aspekt der paraverbalen Kommunikation. Durch Komplexität, Einfachheit oder Klarheit kann man Sätzen einen unterschiedlichen Ausdruck verleihen. Die Sprache selbst, durch ihre Dialekte, Fremdsprachen oder ihre [[wikipedia:de:Soziolekt|Soziolekte]] (gemeinsamer Sprachgebrauch einer sozialen Gruppe) verbirgt eine breite an verschiedenartigen Formen. So kann berufseigene Fachsprache für Außenstehende oftmals unverständlich wirken. | + | Die Formulierung ist ein weiterer wichtiger Aspekt der paraverbalen Kommunikation. Durch Komplexität, Einfachheit oder Klarheit kann man Sätzen einen unterschiedlichen Ausdruck verleihen. Die Sprache selbst, durch ihre Dialekte, Fremdsprachen oder ihre [[wikipedia:de:Soziolekt|Soziolekte]] (gemeinsamer Sprachgebrauch einer sozialen Gruppe oder Glaubens-/Religionsgemeinschaft) liefert verschiedenartige Formen. So kann eine berufseigene Fachsprache (z.B. von Priestern) für Außenstehende oftmals unverständlich wirken. |
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| − | Eine weitere Ausdrucksform der paraverbalen Kommunikation ist die Stimmlage. Je nach Nutzung (hoch, tief) der Höhen kann einem Satz eine differenzierte Bedeutung gegeben werden. Hierzu kann auch die Lautstärke, der Tonfall oder die Tonart genutzt werden. Von laut bis kaum hörbar, monoton bis theatralisch oder von einer Bitte zu einem Befehl lässt die Ausdrucksform verändern. | + | Eine weitere Ausdrucksform der paraverbalen Kommunikation ist die Stimmlage. Je nach Nutzung (hoch, tief) der Höhen kann einem Satz eine differenzierte Bedeutung gegeben werden. Hierzu kann auch die Lautstärke, der Tonfall oder die Tonart genutzt werden. Von laut bis kaum hörbar, monoton bis theatralisch oder von einer Bitte zu einem Befehl lässt sich die Ausdrucksform verändern. |
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| − | Die Geschwindigkeit der eigenen Sprache kann auch eine Weise des der Expression sein. So kann aufgrund von Aufregung schnell oder durch viel Ruhe langsam gesprochen werden. | + | Die Geschwindigkeit der eigenen Sprache kann auch eine Expression sein. So kann aufgrund von Aufregung schnell oder durch viel Ruhe langsam gesprochen werden. |
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| − | ===Nonverbalen Kommunikation=== | + | ===Nonverbale Kommunikation=== |
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| | Die [[wikipedia:de: Nonverbale Kommunikation|Nonverbale Kommunikation]] bezeichnet die nicht sprachliche Kommunikation. | | Die [[wikipedia:de: Nonverbale Kommunikation|Nonverbale Kommunikation]] bezeichnet die nicht sprachliche Kommunikation. |
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| | Menschen mit Beeinträchtigung, die sich nicht oder nur bedingt äußern können, sind in ihren Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt. | | Menschen mit Beeinträchtigung, die sich nicht oder nur bedingt äußern können, sind in ihren Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt. |
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| − | Zwischenmenschliche Kommunikation lebt von dem Dialog miteinander und dem Austausch von unterschiedlichen Meinungen, Eingebungen, Informationen und eigenen Gedanken. An dieser Stelle kann Unterstützte Kommunikation dazu beitragen, Menschen mit Beeinträchtigungen zu befähigen, an der Gesellschaft teilzuhaben. Hilfsmittel, Techniken und Strategie helfen Menschen, ihre Kommunikationsstörungen mit den eigenen Ressourcen auszugleichen. | + | Zwischenmenschliche Kommunikation lebt von dem Dialog miteinander und dem '''Austausch von unterschiedlichen Meinungen''', Eingebungen, Informationen und eigenen Gedanken. An dieser Stelle kann Unterstützte Kommunikation dazu beitragen, Menschen mit Beeinträchtigungen zu befähigen, an der Gesellschaft teilzuhaben. Hilfsmittel, Techniken und Strategie helfen Menschen, ihre Kommunikationsstörungen mit den eigenen Ressourcen auszugleichen. |
| | Unter der Unterstützten Kommunikation versteht man das Ersetzende oder Ergänzende der Lautsprache. | | Unter der Unterstützten Kommunikation versteht man das Ersetzende oder Ergänzende der Lautsprache. |
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| | '''2. Nicht elektronische Kommunikation''' | | '''2. Nicht elektronische Kommunikation''' |
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| − | In der nicht elektronischen Kommunikation gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die genutzt werden können. Kommunikationsordner und Kommunikationsbücher sind durch verschiedene Symbole (Metacom) gestützt und ermöglichen ein analoges Kommunizieren. Ebenfalls zählen hier Wort- und Bildkarten, Kommunikationstafeln, Fotoalben und Kommunikationskästen | + | In der nicht elektronischen Kommunikation gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die genutzt werden können. Kommunikationsordner und Kommunikationsbücher sind durch verschiedene Symbole (Metacom) gestützt und ermöglichen ein analoges Kommunizieren. Ebenfalls zählen hier Wort- und Bildkarten, Kommunikationstafeln, Fotoalben und Kommunikationskästen. |
| | Unterstützend können zusätzlich Spielzeuge als Kommunikationszugang genutzt werden. | | Unterstützend können zusätzlich Spielzeuge als Kommunikationszugang genutzt werden. |
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| | Zusätzlich gibt es Geräte ohne Sprachausgabe, z. B. zum Anbahnen einer Kommunikation oder zum Betätigen eines Signals, diese nennt man Tasters/Step-by-Step. | | Zusätzlich gibt es Geräte ohne Sprachausgabe, z. B. zum Anbahnen einer Kommunikation oder zum Betätigen eines Signals, diese nennt man Tasters/Step-by-Step. |
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| − | '''4.Gestützte Kommunikation (engl.: Facilitated Communication (FC)''' | + | '''4. Gestützte Kommunikation (engl.: Facilitated Communication (FC))''' |
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| − | Wenn eine weitere Person einer anderen Person dabei hilft, auf eine Buchstabentafel oder einen PC die erstrebten Buchstaben auszuwählen, da diese/r sich verbal nicht ausdrücken kann, spricht man von Gestützte Kommunikation. | + | Wenn eine weitere Person einer anderen Person dabei hilft, auf eine Buchstabentafel oder einen PC die erstrebten Buchstaben auszuwählen, da diese/r sich verbal nicht ausdrücken kann, spricht man von Gestützter Kommunikation. |
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| | ==Beratung und Weiterführende Informationen== | | ==Beratung und Weiterführende Informationen== |
| | *[https://www.fbz-uk.uni-koeln.de/einrichtungen/uk-beratungsstelle Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation] | | *[https://www.fbz-uk.uni-koeln.de/einrichtungen/uk-beratungsstelle Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation] |
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| | + | ==Siehe auch== |
| | + | * [[Natürlicher Wille]], [[Vulnerabilität]] |
| | + | * [[intellektuelle Beeinträchtigung]], [[Assistenzleistungen]] |
| | + | * [[Einwilligungsfähigkeit]], [[Erörterungsgespräch]] |
| | + | * [[Freier Wille]] |
| | + | * [[Betreuervorschlag]] |
| | + | * [[Persönliche Betreuung]] |
| | + | * [[Zugangsrecht]], [[IT-Sicherheit]], [[Datenschutz]] |
| | + | * [[Unterstützte Entscheidungsfindung]], [[erweiterte Unterstützung]] |
| | + | * [[Arztzeugnis]], [[Dokumentationspflicht]] |
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| | ==Literatur== | | ==Literatur== |
| − | *Herzog, Uta (2010): „Ich habe Wünsche in meinem Kopf“-erste Schritte in der unterstützten Kommunikation bei mehrfach behinderten Kindern mit einer Sehschädigung. In: Maier-Michalitsch, Nicola/ Grunick, Gerhard (Hrsg.): Leben Pur – Kommunikation bei Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen. Düsseldorf: Verlag Selbstbestimmtes Leben. | + | *[https://verlag.bvkm.de/ Herzog, Uta (2010): „Ich habe Wünsche in meinem Kopf“-erste Schritte in der unterstützten Kommunikation bei mehrfach behinderten Kindern mit einer Sehschädigung. In: Maier-Michalitsch, Nicola/ Grunick, Gerhard (Hrsg.): Leben Pur – Kommunikation bei Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen. Düsseldorf: Verlag Selbstbestimmtes Leben]. |
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| − | *Nußbeck Susanne (2014): Das Konzept der Gestützten Kommunikation – Beschreibung Kritische Bewertung. In: Etta Wilken (Hrsg.): Unterstütze Kommunikation: Einführung in Theorie und Praxis. 4. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer, S. 205-227. | + | *[http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3170403907/internetsevon-21 Nußbeck Susanne (2014): Das Konzept der Gestützten Kommunikation – Beschreibung Kritische Bewertung. In: Etta Wilken (Hrsg.): Unterstütze Kommunikation: Einführung in Theorie und Praxis. 4. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer, S. 205-227.] |
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| − | *Schulz von Thun, Friedemann (2010): Miteinander reden: 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. 48. Auflage. Reinbek: Rowohlt. | + | *[http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499174898/internetsevon-21 Schulz von Thun, Friedemann (2010): Miteinander reden: 1. Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. 48. Auflage. Reinbek: Rowohlt.] |
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| − | *Senckel, Barbara (2010): Mit geistiger Behinderung leben und arbeiten. Eine entwicklungspsychologische Einführung. 9. Auflage, München: C.H. Beck. | + | *[http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3406684998/internetsevon-21 Senckel, Barbara (2010): Mit geistiger Behinderung leben und arbeiten. Eine entwicklungspsychologische Einführung. 9. Auflage, München: C.H. Beck]. |
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| − | *Watzlawick Paul (2011): Man kann nicht nicht kommunizieren. Das Lesebuch. Bern: Huber. | + | *[http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/9783456856001/internetsevon-21 Watzlawick, Paul (2011): Man kann nicht nicht kommunizieren. Das Lesebuch. Bern: Huber]. |
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| | *Weber, Stephanie/ Köhler, Mareike (2014): Unterstützte Kommunikation im Klinikalltag. Notwendigkeiten und Grenzen. In: Unterstützte Kommunikation 4/2014. Heft 52, S. 9. | | *Weber, Stephanie/ Köhler, Mareike (2014): Unterstützte Kommunikation im Klinikalltag. Notwendigkeiten und Grenzen. In: Unterstützte Kommunikation 4/2014. Heft 52, S. 9. |
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