Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
267 Bytes entfernt ,  09:47, 30. Mär. 2018
Zeile 53: Zeile 53:  
begrenzt.
 
begrenzt.
   −
===Verfahrensregelungen ab 26.2.2013===
+
===Verfahrensregelungen seit 26.2.2013===
    
Die Verfahrensregelungen zur Genehmigung einer ärztlichen Zwangsmaßnahme sind ausdrücklich dem Unterbringungsverfahren (§§ 312 ff FamFG) und nicht dem Betreuungsverfahren (§§ 271 ff. FamFG) zugeordnet. Damit ist klargestellt, dass Zwangsbehandlungen ausschließlich im Rahmen freiheitsentziehender Unterbringungen (und nicht etwa auch im ambulanten Bereich) zulässig sind.  
 
Die Verfahrensregelungen zur Genehmigung einer ärztlichen Zwangsmaßnahme sind ausdrücklich dem Unterbringungsverfahren (§§ 312 ff FamFG) und nicht dem Betreuungsverfahren (§§ 271 ff. FamFG) zugeordnet. Damit ist klargestellt, dass Zwangsbehandlungen ausschließlich im Rahmen freiheitsentziehender Unterbringungen (und nicht etwa auch im ambulanten Bereich) zulässig sind.  
    
Verfahrensrechtlich gilt:
 
Verfahrensrechtlich gilt:
−
*Es ist stets ein [[Verfahrenspfleger]] zu bestellen (§ 312 Satz 3 FamFG)
+
*Es ist stets ein [[Verfahrenspfleger]] zu bestellen (§ 317 FamFG)
 
*die in § 315 FamFG genannten Personen und Stellen (u.a. [[Betreuungsbehörde]] sind wegen etwaiger Verfahrensbeteiligung zu verständigen (§ 7 FamFG)
 
*die in § 315 FamFG genannten Personen und Stellen (u.a. [[Betreuungsbehörde]] sind wegen etwaiger Verfahrensbeteiligung zu verständigen (§ 7 FamFG)
 
*der Betroffene ist [[Anhörung|anzuhören]] (§ 319 FamFG), ebenso ist den anderen Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen (§ 320 FamFG)
 
*der Betroffene ist [[Anhörung|anzuhören]] (§ 319 FamFG), ebenso ist den anderen Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen (§ 320 FamFG)
Zeile 66: Zeile 66:  
*die endgültige Genehmigung erfolgt für 6 Wochen (§ 329 Abs. 1 FamFG), bei einer Verlängerung über 12 Wochen hinaus ist ein anderer Sachverständiger zu bestellen, der den Betreuten bisher weder behandelt hat noch in der unterbringenden Einrichtung tätig ist.
 
*die endgültige Genehmigung erfolgt für 6 Wochen (§ 329 Abs. 1 FamFG), bei einer Verlängerung über 12 Wochen hinaus ist ein anderer Sachverständiger zu bestellen, der den Betreuten bisher weder behandelt hat noch in der unterbringenden Einrichtung tätig ist.
   −
§ 312 Satz 2 FamFG eröffnet zugleich die Möglichkeit, ärztliche Zwangsmaßnahmen auch außerhalb zivilrechtlicher Betreuungen im Rahmen öffentlich-rechtlicher Unterbringungen nach den Psychisch-Kranken-Gesetzen der Bundesländer zu gestatten. Voraussetzung für Letzteres ist eine landesrechtliche Regelung in einem der Psychisch-Kranken- oder Unterbringungsgesetze, die den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes entspricht. Bis Mitte 2016 hatten folgende Bundesländer inhaltliche Regelungen in ihrem PsychKG vorgenommen, die dem § 1906 Abs. 3 BGB nahekommen:
+
§ 312 Satz 2 FamFG eröffnet zugleich die Möglichkeit, ärztliche Zwangsmaßnahmen auch außerhalb zivilrechtlicher Betreuungen im Rahmen öffentlich-rechtlicher Unterbringungen nach den [[Psychisch-Kranken-Gesetz]]en der Bundesländer zu gestatten. Voraussetzung für Letzteres ist eine landesrechtliche Regelung in einem der Psychisch-Kranken- oder Unterbringungsgesetze, die den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes entspricht. Bis Frühjahr 2018 hatten folgende Bundesländer inhaltliche Regelungen in ihrem [[PsychKG]] vorgenommen, die dem § 1906a BGB nahekommen:
   −
*[[Baden-Württemberg]]: § 20 PsychHKG (v 12.11.2014, GBl. 2014, 534)
+
*Baden-Württemberg: § 20 PsychHKG
−
*[[Brandenburg]]: § 18 PsychKG (geändert durch G. v 10.7.2014 (GVBl. Nr. 34)
+
*Berlin: § 28 PsychKG
−
*[[Bremen]]: § 22 PsychKG Bremen (geändert durch G. v 22.7.2014, Brem GBl. S. 338)
+
*Brandenburg: § 18 PsychKG
−
*[[Hamburg]]: § 16 HmbPsychKG (geändert durch G. v 1.10.2013, HmbGVBl. S. 425)
+
*Bremen: § 22 PsychKG Bremen
−
*[[Rheinland-Pfalz]]: § 20 PsychKG (geändert durch G. v 27.5.2014, GVBl. S. 69)
+
*Hamburg: § 16 HmbPsychKG
−
*[[Saarland]]: § 13 Unterbringungsgesetz (geändert durch G. v 9.4.2014 Amtsbl. I S. 156)
+
*Hessen: § 20 PsychHKG
−
*[[Sachsen]]: § 22 SächsPsychKG (geändert durch G. v 7.8.2014, SächsGVBl. S. 446)
+
*Mecklenburg-Vorpommern: § 26 PsychKG
−
*[[Schleswig-Holstein]]: § 14 PsychKG (geändert durch G. v 7.5.2015, GVOBl. S. 106)
+
*Niedersachsen: §§ 21a ff NPsychKG
 +
*Nordrhein-Westfalen (§ 18 Abs. 5 PsychKG
 +
*Rheinland-Pfalz: § 20 PsychKG
 +
*Saarland: § 13 Unterbringungsgesetz
 +
*Sachsen: § 22 SächsPsychKG
 +
*Schleswig-Holstein: § 14 PsychKG
   −
In weiteren Bundesländern sind Gesetzesanpassungen beabsichtigt, z.B. Bayern, Hessen und NRW.
+
In weiteren Bundesländern sind Gesetzesanpassungen beabsichtigt.
    
==Neuere BGH-Rechtsprechung (vor der Gesetzesneuregelung)==
 
==Neuere BGH-Rechtsprechung (vor der Gesetzesneuregelung)==

Navigationsmenü