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	<title>Online-Lexikon Betreuungsrecht - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-10-15T10:06:51Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56635</id>
		<title>Gegenbetreuer</title>
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		<updated>2023-04-16T12:47:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Bestellung des Gegenbetreuers */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Aufsicht.gif|right]]&lt;br /&gt;
==Wegfall zum 1.1.2023==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Betreuungsrechtsreform]] wurde die Funktion des Gegenbetreuers (§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB a.F.) mit Ablauf des 31.12.2022 abgeschafft. Bisherige Gegenbetreuungen sind am 31.12.2022 automatisch geendet (Art. 229 § 54 Abs. 2 EGBGB). Das gilt auch für den Vergütungsanspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums vom Oktober 2014 war erstmals angeregt worden, im Rahmen der beabsichtigten Reform der Vermögensverwaltung (im Vormundschafts- und Betreuungsrecht) den Gegenvormund/-betreuer abzuschaffen. Wörtlich heißt es unter Ziff. 6:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Das Rechtsinstitut des Gegenvormunds (§ 1792 BGB a.F.) soll abgeschafft werden. Der Gegenvormund, der den Vormund bei der Vermögensverwaltung unterstützen und das Gericht bei der Aufsicht entlasten soll, kommt in der Praxis so gut wie nicht vor. Das Rechtsinstitut verkompliziert die gesetzlichen Regelungen in der Vermögenssorge erheblich, ohne dass es zur beabsichtigten Entlastung der Gerichte kommt. Für das Betreuungsrecht soll geprüft werden, ob anstelle des Gegenbetreuers (§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB a.F.) ein besonderes Kontrollinstrument zur Entlastung der Gerichte eingeführt werden soll.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestellung des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuständig für die [[Betreuerbestellung|Bestellung]] war der [[Rechtspfleger]] der Betreuungsgerichtes. Der Gegenbetreuer wurde in der Praxis in Einzelfällen und auch nur selten bei der [[Vermögenssorge|Verwaltung größererer Vermögenswerte]] bestellt. Der Gegenbetreuer hatte insbesondere die Aufgabe, den Betreuer zu überwachen und bei [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] das Gericht einzuschalten. Der Betreuer hatte dem Gegenbetreuer Auskunft zu erteilen (§ 1799 BGB a.F.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenbetreuer konnte [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlich]] oder [[Berufsbetreuer|beruflich]] tätig sein. Im letzteren Falle musste die berufliche Tätigkeit nach (§ 1 VBVG a.F.) ausdrücklich vom Gericht im [[Gerichtsbeschluss|Bestellungsbeschluss]] genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Überwachung des Betreuers und Meldung von [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] an das Gericht, § 1899 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Mitarbeit beim [[Vermögensverzeichnis]], § 1802 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei Sperrvermerken im Rahmen der [[Mündelgeld]]anlage, § 1809 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung von regelmäßigen ([[Mündelsicher|mündelsicheren]]) [[Geldanlage]]n im Rahmen des § 1807 BGB a.F., § 1810 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung über Geldverfügungen, § 1812 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei der Überlassung von Gegenständen, § 1824 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Anhörung]] bei gerichtlichen Genehmigungen, § 1826 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Betreuerhaftung|Haftung]] bei Verletzung der eigenen Pflichten, § 1833 BGB a.F. &lt;br /&gt;
*Prüfung der Jahresrechnung ([[Rechnungslegung]]), § 1842 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Prüfung der [[Schlusstätigkeiten|Schlussrechnung]] und Auskunftserteilung, § 1891 BGB a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht dagegen genehmigen konnte der Gegenbetreuer [[Geldanlage]]n des Vormundes nach § 1811 BGB a.F. oder die genehmigungsbedürftigen Geschäfte nach §§ 1821, 1822 BGB a.F. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Bonn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 29.12.1992, 5 T 207/92, Rpfleger 1993,233&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bestellung eines Gegenbetreuers gemäß §§ 1908i, 1792 BGB ist funktionell der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtspfleger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zuständig (folgt daraus, dass § 15 RPflG nicht auf § 1908i BGB verweist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 28.10.1993, 3Z BR 220/93; BayObLGR 1994,3 (LS) = FamRZ 1994,325&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die Frage der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Beschwerde]]berechtigung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in einem Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers ist in entsprechender Anwendung von § 69g Abs. 1 FGG zu entscheiden. Dabei bleibt offen, ob dies mit §§ 1908i, 1792 Abs. 2 BGB oder mit § 69i Abs. 5 FGG zu begründen ist.&lt;br /&gt;
#Die Höhe des Vermögens eines Betreuten ist bei der Entscheidung der Frage, ob die Verwaltung des Vermögens erheblich ist im Sinn von § 1792 Abs. 2 BGB, ohne unmittelbare Bedeutung.&lt;br /&gt;
# Einzelfall fehlender Kausalität bei Verstoss gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs.&lt;br /&gt;
# Im Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers besteht keine Pflicht zur persönlichen Anhörung des Betroffenen gemäß § 68 FGG, wenn der [[Aufgabenkreis]] der Betreuung nicht erweitert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 05.11.1996; 3Z AR 81/96;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BayObLGZ 1996, 274 (Nr. 59)= BayObLGR 1997, 14 (LS)=B tPrax 1997, 123 (LS)= FamRZ 1997, 438 = NJWE-FER 1997, 90:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Das Gericht ist grundsätzlich nicht gehalten, dem Gegenbetreuer Gelegenheit zu geben, sich zu der beabsichtigten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abgabe des [[Betreuungsverfahren]]s&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu äußern.&lt;br /&gt;
# Auch bei einer Änderung des gewöhnlichen Aufenthalts des Betreuten sind für die Frage der Abgabe des Betreuungsverfahrens letztlich Zweckmäßigkeitserwägungen maßgebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 26.3.2001, 3Z BR 5/01&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BayObLGR 2001, 60 (LS)= BtPrax 2001, 218 (LS) und BtPrax 2002, 129 (LS) = FamRZ 2001, 1555:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Bei der Bestellung eines Gegenbetreuers ist die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;persönliche [[Anhörung]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Betroffenen in der Regel nicht erforderlich. Bestehen aber Zweifel, ob der Vorschlag des Betroffenen, eine bestimmte Person zu bestellen, dem wirklichen Willen des Betroffenen entspricht, so kann die persönliche Anhörung des Betroffenen geboten sein.&lt;br /&gt;
# Bestehen solche Zweifel, muss das Beschwerdegericht diese Anhörung wiederholen, wenn das Erstgericht nach Anhörung des Betroffenen deren Wünschen nicht entsprochen hat und das Beschwerdegericht anders entscheiden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 21.04.2004; 3Z BR 051/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 3Z BR 51/04; BayObLGR 2004, 286 = BtPrax 2004, 199 = FamRZ 2004, 1992:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Voraussetzungen der Bestellung eines Gegenbetreuers bei erheblicher [[Vermögensverwaltung]]. Diese liegt im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;pflichtgemäßen Ermessen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des VormG. Der Gegenbetreuer ist nicht [[gesetzlicher Vertreter]] des Betroffenen, sondern ein Überwachungsorgan, das dem Gericht Kontrollaufgaben abnehmen soll (BayObLG FamRZ 1994, 325; &amp;#039;&amp;#039;Zimmermann&amp;#039;&amp;#039; FamRZ 1991, 270/277 m.w.N.). Die Bestellung eines Gegenbetreuers liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Vormundschaftsgerichts (§ 1792 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB). Dieses Ermessen ist jedoch zugunsten der Bestellung eines Gegenbetreuers eingeschränkt durch die Sollvorschrift des § 1792 Satz 2 BGB, die über § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB entsprechend anwendbar ist. Die Vorschrift verlangt die Bestellung eines Gegenbetreuers, wenn der Betreuer ein Vermögen zu verwalten hat, es sei denn dass diese Verwaltung nicht erheblich ist. Für die Erheblichkeit ist nicht an den Wert des Vermögens anzuknüpfen (BayObLG aaO). Entscheidend ist der Umfang der zu erbringenden Tätigkeit des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://skm.bistum-trier.de/fachinfo/3zbr11-04.htm BayObLG, Beschluss vom 10.05.2004]; 3Z BR 011/04, 3Z BR 11/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BtPrax 2004, 195 = FamRZ 2004, 1899 (LS) = FGPrax 2004, 236 = Rpfleger 2004, 565:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Beschwerde ein und erhält hiervon weder der Betreuer noch der Betroffene vor der für diesen nachteiligen Beschwerdeentscheidung Kenntnis, ist diese Entscheidung auf [[Rechtsmittel]] des Betroffenen ohne Rücksicht auf ihre sachliche Richtigkeit wegen eines absoluten Beschwerdegrundes aufzuheben.&lt;br /&gt;
# Bewilligt das Vormundschaftsgericht dem Betreuer eines vermögenden Betroffenen im Hinblick auf die außergewöhnliche Schwierigkeit der Betreuung einen deutlich über dem Regelbetrag liegenden &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundensatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, kann dieser grundsätzlich auch für die Vergütung des zur Überwachung dieses Betreuers bestellten Gegenbetreuers herangezogen werden (zur Rechtslage bis zum 30.6.2005).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Saarbrücken, Beschluss vom 07.06.2016, 5 T 147/16&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2016, 246&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gegenbetreuer darf nicht gegen den freien Willen des Betroffenen bestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung des beruflichen Gegenbetreuers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein beruflicher Gegenbetreuer durfte nach § 1899 Abs. 1 BGB a.F. neben einem beruflichen [[Berufsbetreuer|Betreuer]] bestellt werden. Dies war eine Ausnahme vom Verbot der Bestellung mehrerer Berufsbetreuer. Der Gegenbetreuer hat den gleichen pauschalierten Vergütungsanspruch wie der sonstige berufliche Betreuer. Rechtsgrundlagen: §§ 4, 5 VBVG a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsprechung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Schleswig, Beschluss vom 02.02.2006; 2 W 12/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FGPrax 2006, 166 = OLGR 2006, 438 = SchlHA 2006, 241:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bemessung der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Betreuervergütung]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (§ 5 VBVG) eines nachträglich bestellten Gegenbetreuers ist die erstmalige Begründung des Betreuerverhältnisses durch Bestellung des Betreuers maßgeblich (Ergänzung zum Senatsbeschluss vom 25.01.2006 - 2 W 240/05, OLGR 2006,201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2006/16_Wx_214_06beschluss20061102.html OLG Köln, Beschluss vom 02.11.2006]; 16 Wx 214/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2007, 937 = FGPrax 2007, 123 = BtMan 2007, 104 (Ls) = BtPrax 2007, 255 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Bemessung der Vergütung des Gegenbetreuers ist von dem Grundsatz auszugehen, dass für die Beurteilung des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundenansatzes &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Gegenbetreuers die erstmalige Begründung des Betreuungsverhältnisses maßgebend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Köln, Beschluss vom 07.03.2008, 16 Wx 17/08&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FamRZ 2008, 2064 = FGPrax 2008, 155 = BtMan 2008, 166 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Senat bleibt bei seiner Rechtsprechung, dass auch die Vergütung eines auf ein [[Aufgabenkreis|Aufgabengebiet]] beschränkten Betreuers, worunter Kontroll- und Gegenbetreuer fallen, sich – wie die [[Betreuervergütung|Vergütung des eigentlichen Betreuers]] – über §§ 1908 i, 1836 Abs. 1 BGB nach den §§ 4, 5 VBVG richtet (Senat vom 02.11.2006, OLGR Düsseldorf/Köln/Hamm 2007, 444).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Honorierung nach §§ 3 ff VBVG steht einem Berufsbetreuer nur in Ausnahmefällen ein zusätzlicher Aufwendungsersatzanspruch nach § 1835 Abs. 3 BGB zu. Seine Aufwendungen sind –wie § 4 Abs. 2 VBVG ausdrücklich regelt - mit der Vergütung nach §§ 3 ff VBVG abgegolten. Ein Ausnahmefall im Sinne des § 4 Abs. 2 Satz 2 VBVG, § 1835 Abs. 3 BGB verlangt, dass der Berufsbetreuer spezielle Dienste leistet, die zu seinem Beruf gehören. Es muss sich um Leistungen im Kernbereich des Berufsbetreuers handeln und die Tätigkeit muss ihm wegen seiner speziellen Kenntnisse übertragen worden sein, die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlich sind (vgl. Jurgeleit, Betreuungsrecht, § 1835 BGB, Rdnr. 50; Palandt/Diederichsen, 67. Auflage, § 1835 Rdnr.13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG München, Beschluss vom 08.07.2008, 33 Wx 119/07&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2008, 2309 = BtMan 2008, 227 (Ls) = FamRZ 2009, 78:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Anwalt als Gegenbetreuer eingesetzt und rechnet seine bei der schwierigen Prüfung der Genehmigungsfähigkeit eines Vergleiches (hier nach Schweizer Recht) zulässigerweise nach anwaltlichem Gebührenrecht (i.V.m. § 1835 III BGB) ab, kann er nicht auch noch eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vergleichsgebühr &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Zur Abschaffung des Gegenbetreuers und der Einführung eines anderen geeigneten Kontrollinstrumentes zur Entlastung des Betreuungsgerichts; Rechtspfleger-Studienhefte 2015, 42&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56634</id>
		<title>Gegenbetreuer</title>
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		<updated>2023-04-16T12:46:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Aufsicht.gif|right]]&lt;br /&gt;
==Wegfall zum 1.1.2023==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Betreuungsrechtsreform]] wurde die Funktion des Gegenbetreuers (§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB a.F.) mit Ablauf des 31.12.2022 abgeschafft. Bisherige Gegenbetreuungen sind am 31.12.2022 automatisch geendet (Art. 229 § 54 Abs. 2 EGBGB). Das gilt auch für den Vergütungsanspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums vom Oktober 2014 war erstmals angeregt worden, im Rahmen der beabsichtigten Reform der Vermögensverwaltung (im Vormundschafts- und Betreuungsrecht) den Gegenvormund/-betreuer abzuschaffen. Wörtlich heißt es unter Ziff. 6:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Das Rechtsinstitut des Gegenvormunds (§ 1792 BGB a.F.) soll abgeschafft werden. Der Gegenvormund, der den Vormund bei der Vermögensverwaltung unterstützen und das Gericht bei der Aufsicht entlasten soll, kommt in der Praxis so gut wie nicht vor. Das Rechtsinstitut verkompliziert die gesetzlichen Regelungen in der Vermögenssorge erheblich, ohne dass es zur beabsichtigten Entlastung der Gerichte kommt. Für das Betreuungsrecht soll geprüft werden, ob anstelle des Gegenbetreuers (§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB a.F.) ein besonderes Kontrollinstrument zur Entlastung der Gerichte eingeführt werden soll.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestellung des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuständig für die [[Betreuerbestellung|Bestellung]] war der Rechtspfleger der Betreuungsgerichtes. Der Gegenbetreuer wurde in der Praxis in Einzelfällen und auch nur selten bei der [[Vermögenssorge|Verwaltung größererer Vermögenswerte]] bestellt. Der Gegenbetreuer hatte insbesondere die Aufgabe, den Betreuer zu überwachen und bei [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] das Gericht einzuschalten. Der Betreuer hatte dem Gegenbetreuer Auskunft zu erteilen (§ 1799 BGB a.F.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenbetreuer konnte [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlich]] oder [[Berufsbetreuer|beruflich]] tätig sein. Im letzteren Falle musste die berufliche Tätigkeit nach (§ 1 VBVG a.F.) ausdrücklich vom Gericht im [[Gerichtsbeschluss|Bestellungsbeschluss]] genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Überwachung des Betreuers und Meldung von [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] an das Gericht, § 1899 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Mitarbeit beim [[Vermögensverzeichnis]], § 1802 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei Sperrvermerken im Rahmen der [[Mündelgeld]]anlage, § 1809 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung von regelmäßigen ([[Mündelsicher|mündelsicheren]]) [[Geldanlage]]n im Rahmen des § 1807 BGB a.F., § 1810 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung über Geldverfügungen, § 1812 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei der Überlassung von Gegenständen, § 1824 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Anhörung]] bei gerichtlichen Genehmigungen, § 1826 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Betreuerhaftung|Haftung]] bei Verletzung der eigenen Pflichten, § 1833 BGB a.F. &lt;br /&gt;
*Prüfung der Jahresrechnung ([[Rechnungslegung]]), § 1842 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Prüfung der [[Schlusstätigkeiten|Schlussrechnung]] und Auskunftserteilung, § 1891 BGB a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht dagegen genehmigen konnte der Gegenbetreuer [[Geldanlage]]n des Vormundes nach § 1811 BGB a.F. oder die genehmigungsbedürftigen Geschäfte nach §§ 1821, 1822 BGB a.F. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Bonn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 29.12.1992, 5 T 207/92, Rpfleger 1993,233&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bestellung eines Gegenbetreuers gemäß §§ 1908i, 1792 BGB ist funktionell der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtspfleger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zuständig (folgt daraus, dass § 15 RPflG nicht auf § 1908i BGB verweist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 28.10.1993, 3Z BR 220/93; BayObLGR 1994,3 (LS) = FamRZ 1994,325&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die Frage der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Beschwerde]]berechtigung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in einem Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers ist in entsprechender Anwendung von § 69g Abs. 1 FGG zu entscheiden. Dabei bleibt offen, ob dies mit §§ 1908i, 1792 Abs. 2 BGB oder mit § 69i Abs. 5 FGG zu begründen ist.&lt;br /&gt;
#Die Höhe des Vermögens eines Betreuten ist bei der Entscheidung der Frage, ob die Verwaltung des Vermögens erheblich ist im Sinn von § 1792 Abs. 2 BGB, ohne unmittelbare Bedeutung.&lt;br /&gt;
# Einzelfall fehlender Kausalität bei Verstoss gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs.&lt;br /&gt;
# Im Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers besteht keine Pflicht zur persönlichen Anhörung des Betroffenen gemäß § 68 FGG, wenn der [[Aufgabenkreis]] der Betreuung nicht erweitert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 05.11.1996; 3Z AR 81/96;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BayObLGZ 1996, 274 (Nr. 59)= BayObLGR 1997, 14 (LS)=B tPrax 1997, 123 (LS)= FamRZ 1997, 438 = NJWE-FER 1997, 90:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Das Gericht ist grundsätzlich nicht gehalten, dem Gegenbetreuer Gelegenheit zu geben, sich zu der beabsichtigten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abgabe des [[Betreuungsverfahren]]s&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu äußern.&lt;br /&gt;
# Auch bei einer Änderung des gewöhnlichen Aufenthalts des Betreuten sind für die Frage der Abgabe des Betreuungsverfahrens letztlich Zweckmäßigkeitserwägungen maßgebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 26.3.2001, 3Z BR 5/01&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BayObLGR 2001, 60 (LS)= BtPrax 2001, 218 (LS) und BtPrax 2002, 129 (LS) = FamRZ 2001, 1555:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Bei der Bestellung eines Gegenbetreuers ist die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;persönliche [[Anhörung]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Betroffenen in der Regel nicht erforderlich. Bestehen aber Zweifel, ob der Vorschlag des Betroffenen, eine bestimmte Person zu bestellen, dem wirklichen Willen des Betroffenen entspricht, so kann die persönliche Anhörung des Betroffenen geboten sein.&lt;br /&gt;
# Bestehen solche Zweifel, muss das Beschwerdegericht diese Anhörung wiederholen, wenn das Erstgericht nach Anhörung des Betroffenen deren Wünschen nicht entsprochen hat und das Beschwerdegericht anders entscheiden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 21.04.2004; 3Z BR 051/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 3Z BR 51/04; BayObLGR 2004, 286 = BtPrax 2004, 199 = FamRZ 2004, 1992:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Voraussetzungen der Bestellung eines Gegenbetreuers bei erheblicher [[Vermögensverwaltung]]. Diese liegt im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;pflichtgemäßen Ermessen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des VormG. Der Gegenbetreuer ist nicht [[gesetzlicher Vertreter]] des Betroffenen, sondern ein Überwachungsorgan, das dem Gericht Kontrollaufgaben abnehmen soll (BayObLG FamRZ 1994, 325; &amp;#039;&amp;#039;Zimmermann&amp;#039;&amp;#039; FamRZ 1991, 270/277 m.w.N.). Die Bestellung eines Gegenbetreuers liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Vormundschaftsgerichts (§ 1792 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB). Dieses Ermessen ist jedoch zugunsten der Bestellung eines Gegenbetreuers eingeschränkt durch die Sollvorschrift des § 1792 Satz 2 BGB, die über § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB entsprechend anwendbar ist. Die Vorschrift verlangt die Bestellung eines Gegenbetreuers, wenn der Betreuer ein Vermögen zu verwalten hat, es sei denn dass diese Verwaltung nicht erheblich ist. Für die Erheblichkeit ist nicht an den Wert des Vermögens anzuknüpfen (BayObLG aaO). Entscheidend ist der Umfang der zu erbringenden Tätigkeit des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://skm.bistum-trier.de/fachinfo/3zbr11-04.htm BayObLG, Beschluss vom 10.05.2004]; 3Z BR 011/04, 3Z BR 11/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BtPrax 2004, 195 = FamRZ 2004, 1899 (LS) = FGPrax 2004, 236 = Rpfleger 2004, 565:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Beschwerde ein und erhält hiervon weder der Betreuer noch der Betroffene vor der für diesen nachteiligen Beschwerdeentscheidung Kenntnis, ist diese Entscheidung auf [[Rechtsmittel]] des Betroffenen ohne Rücksicht auf ihre sachliche Richtigkeit wegen eines absoluten Beschwerdegrundes aufzuheben.&lt;br /&gt;
# Bewilligt das Vormundschaftsgericht dem Betreuer eines vermögenden Betroffenen im Hinblick auf die außergewöhnliche Schwierigkeit der Betreuung einen deutlich über dem Regelbetrag liegenden &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundensatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, kann dieser grundsätzlich auch für die Vergütung des zur Überwachung dieses Betreuers bestellten Gegenbetreuers herangezogen werden (zur Rechtslage bis zum 30.6.2005).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Saarbrücken, Beschluss vom 07.06.2016, 5 T 147/16&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2016, 246&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gegenbetreuer darf nicht gegen den freien Willen des Betroffenen bestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung des beruflichen Gegenbetreuers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein beruflicher Gegenbetreuer durfte nach § 1899 Abs. 1 BGB a.F. neben einem beruflichen [[Berufsbetreuer|Betreuer]] bestellt werden. Dies war eine Ausnahme vom Verbot der Bestellung mehrerer Berufsbetreuer. Der Gegenbetreuer hat den gleichen pauschalierten Vergütungsanspruch wie der sonstige berufliche Betreuer. Rechtsgrundlagen: §§ 4, 5 VBVG a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsprechung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Schleswig, Beschluss vom 02.02.2006; 2 W 12/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FGPrax 2006, 166 = OLGR 2006, 438 = SchlHA 2006, 241:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bemessung der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Betreuervergütung]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (§ 5 VBVG) eines nachträglich bestellten Gegenbetreuers ist die erstmalige Begründung des Betreuerverhältnisses durch Bestellung des Betreuers maßgeblich (Ergänzung zum Senatsbeschluss vom 25.01.2006 - 2 W 240/05, OLGR 2006,201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2006/16_Wx_214_06beschluss20061102.html OLG Köln, Beschluss vom 02.11.2006]; 16 Wx 214/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2007, 937 = FGPrax 2007, 123 = BtMan 2007, 104 (Ls) = BtPrax 2007, 255 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Bemessung der Vergütung des Gegenbetreuers ist von dem Grundsatz auszugehen, dass für die Beurteilung des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundenansatzes &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Gegenbetreuers die erstmalige Begründung des Betreuungsverhältnisses maßgebend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Köln, Beschluss vom 07.03.2008, 16 Wx 17/08&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FamRZ 2008, 2064 = FGPrax 2008, 155 = BtMan 2008, 166 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Senat bleibt bei seiner Rechtsprechung, dass auch die Vergütung eines auf ein [[Aufgabenkreis|Aufgabengebiet]] beschränkten Betreuers, worunter Kontroll- und Gegenbetreuer fallen, sich – wie die [[Betreuervergütung|Vergütung des eigentlichen Betreuers]] – über §§ 1908 i, 1836 Abs. 1 BGB nach den §§ 4, 5 VBVG richtet (Senat vom 02.11.2006, OLGR Düsseldorf/Köln/Hamm 2007, 444).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Honorierung nach §§ 3 ff VBVG steht einem Berufsbetreuer nur in Ausnahmefällen ein zusätzlicher Aufwendungsersatzanspruch nach § 1835 Abs. 3 BGB zu. Seine Aufwendungen sind –wie § 4 Abs. 2 VBVG ausdrücklich regelt - mit der Vergütung nach §§ 3 ff VBVG abgegolten. Ein Ausnahmefall im Sinne des § 4 Abs. 2 Satz 2 VBVG, § 1835 Abs. 3 BGB verlangt, dass der Berufsbetreuer spezielle Dienste leistet, die zu seinem Beruf gehören. Es muss sich um Leistungen im Kernbereich des Berufsbetreuers handeln und die Tätigkeit muss ihm wegen seiner speziellen Kenntnisse übertragen worden sein, die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlich sind (vgl. Jurgeleit, Betreuungsrecht, § 1835 BGB, Rdnr. 50; Palandt/Diederichsen, 67. Auflage, § 1835 Rdnr.13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG München, Beschluss vom 08.07.2008, 33 Wx 119/07&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2008, 2309 = BtMan 2008, 227 (Ls) = FamRZ 2009, 78:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Anwalt als Gegenbetreuer eingesetzt und rechnet seine bei der schwierigen Prüfung der Genehmigungsfähigkeit eines Vergleiches (hier nach Schweizer Recht) zulässigerweise nach anwaltlichem Gebührenrecht (i.V.m. § 1835 III BGB) ab, kann er nicht auch noch eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vergleichsgebühr &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Zur Abschaffung des Gegenbetreuers und der Einführung eines anderen geeigneten Kontrollinstrumentes zur Entlastung des Betreuungsgerichts; Rechtspfleger-Studienhefte 2015, 42&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56633</id>
		<title>Gegenbetreuer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56633"/>
		<updated>2023-04-16T12:45:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Wegfall zum 1.1.2023 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Aufsicht.gif|right]]&lt;br /&gt;
==Wegfall zum 1.1.2023==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Betreuungsrechtsreform]] wurde die Funktion des Gegenbetreuers (§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB a.F.) mit Ablauf des 31.12.2022 abgeschafft. Bisherige Gegenbetreuungen sind am 31.12.2022 automatisch geendet (Art. 229 § 54 Abs. 2 EGBGB). Das gilt auch für den Vergütungsanspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums vom Oktober 2014 war erstmals angeregt worden, im Rahmen der beabsichtigten Reform der Vermögensverwaltung (im Vormundschafts- und Betreuungsrecht) den Gegenvormund/-betreuer abzuschaffen. Wörtlich heißt es unter Ziff. 6:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Das Rechtsinstitut des Gegenvormunds (§ 1792 BGB a.F.) soll abgeschafft werden. Der Gegenvormund, der den Vormund bei der Vermögensverwaltung unterstützen und das Gericht bei der Aufsicht entlasten soll, kommt in der Praxis so gut wie nicht vor. Das Rechtsinstitut verkompliziert die gesetzlichen Regelungen in der Vermögenssorge erheblich, ohne dass es zur beabsichtigten Entlastung der Gerichte kommt. Für das Betreuungsrecht soll geprüft werden, ob anstelle des Gegenbetreuers (§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB a.F.) ein besonderes Kontrollinstrument zur Entlastung der Gerichte eingeführt werden soll.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestellung des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuständig für die [[Betreuerbestellung|Bestellung]] war der Rechtspfleger der Betreuungsgerichtes. Der Gegenbetreuer wurde in der Praxis in Einzelfällen und auch nur selten bei der [[Vermögenssorge|Verwaltung größererer Vermögenswerte]] bestellt. Der Gegenbetreuer hatte insbesondere die Aufgabe, den Betreuer zu überwachen und bei [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] das Gericht einzuschalten. Der Betreuer hatte dem Gegenbetreuer Auskunft zu erteilen (§ 1799 BGB a.F.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenbetreuer konnte [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlich]] oder [[Berufsbetreuer|beruflich]] tätig sein. Im letzteren Falle musste die berufliche Tätigkeit nach (§ 1 VBVG a.F.) ausdrücklich vom Gericht im [[Gerichtsbeschluss|Bestellungsbeschluss]] genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Überwachung des Betreuers und Meldung von [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] an das Gericht, § 1899 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Mitarbeit beim [[Vermögensverzeichnis]], § 1802 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei Sperrvermerken im Rahmen der [[Mündelgeld]]anlage, § 1809 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung von regelmäßigen ([[Mündelsicher|mündelsicheren]]) [[Geldanlage]]n im Rahmen des § 1807 BGB a.F., § 1810 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung über Geldverfügungen, § 1812 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei der Überlassung von Gegenständen, § 1824 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Anhörung]] bei gerichtlichen Genehmigungen, § 1826 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Betreuerhaftung|Haftung]] bei Verletzung der eigenen Pflichten, § 1833 BGB a.F. &lt;br /&gt;
*Prüfung der Jahresrechnung ([[Rechnungslegung]]), § 1842 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Prüfung der [[Schlusstätigkeiten|Schlussrechnung]] und Auskunftserteilung, § 1891 BGB a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht dagegen genehmigen konnte der Gegenbetreuer [[Geldanlage]]n des Vormundes nach § 1811 BGB a.F. oder die genehmigungsbedürftigen Geschäfte nach §§ 1821, 1822 BGB a.F. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Bonn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 29.12.1992, 5 T 207/92, Rpfleger 1993,233&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bestellung eines Gegenbetreuers gemäß §§ 1908i, 1792 BGB ist funktionell der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtspfleger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zuständig (folgt daraus, dass § 15 RPflG nicht auf § 1908i BGB verweist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 28.10.1993, 3Z BR 220/93; BayObLGR 1994,3 (LS) = FamRZ 1994,325&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die Frage der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Beschwerde]]berechtigung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in einem Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers ist in entsprechender Anwendung von § 69g Abs. 1 FGG zu entscheiden. Dabei bleibt offen, ob dies mit §§ 1908i, 1792 Abs. 2 BGB oder mit § 69i Abs. 5 FGG zu begründen ist.&lt;br /&gt;
#Die Höhe des Vermögens eines Betreuten ist bei der Entscheidung der Frage, ob die Verwaltung des Vermögens erheblich ist im Sinn von § 1792 Abs. 2 BGB, ohne unmittelbare Bedeutung.&lt;br /&gt;
# Einzelfall fehlender Kausalität bei Verstoss gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs.&lt;br /&gt;
# Im Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers besteht keine Pflicht zur persönlichen Anhörung des Betroffenen gemäß § 68 FGG, wenn der [[Aufgabenkreis]] der Betreuung nicht erweitert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 05.11.1996; 3Z AR 81/96;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BayObLGZ 1996, 274 (Nr. 59)= BayObLGR 1997, 14 (LS)=B tPrax 1997, 123 (LS)= FamRZ 1997, 438 = NJWE-FER 1997, 90:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Das Gericht ist grundsätzlich nicht gehalten, dem Gegenbetreuer Gelegenheit zu geben, sich zu der beabsichtigten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abgabe des [[Betreuungsverfahren]]s&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu äußern.&lt;br /&gt;
# Auch bei einer Änderung des gewöhnlichen Aufenthalts des Betreuten sind für die Frage der Abgabe des Betreuungsverfahrens letztlich Zweckmäßigkeitserwägungen maßgebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 26.3.2001, 3Z BR 5/01&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BayObLGR 2001, 60 (LS)= BtPrax 2001, 218 (LS) und BtPrax 2002, 129 (LS) = FamRZ 2001, 1555:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Bei der Bestellung eines Gegenbetreuers ist die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;persönliche [[Anhörung]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Betroffenen in der Regel nicht erforderlich. Bestehen aber Zweifel, ob der Vorschlag des Betroffenen, eine bestimmte Person zu bestellen, dem wirklichen Willen des Betroffenen entspricht, so kann die persönliche Anhörung des Betroffenen geboten sein.&lt;br /&gt;
# Bestehen solche Zweifel, muss das Beschwerdegericht diese Anhörung wiederholen, wenn das Erstgericht nach Anhörung des Betroffenen deren Wünschen nicht entsprochen hat und das Beschwerdegericht anders entscheiden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 21.04.2004; 3Z BR 051/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 3Z BR 51/04; BayObLGR 2004, 286 = BtPrax 2004, 199 = FamRZ 2004, 1992:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Voraussetzungen der Bestellung eines Gegenbetreuers bei erheblicher [[Vermögensverwaltung]]. Diese liegt im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;pflichtgemäßen Ermessen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des VormG. Der Gegenbetreuer ist nicht [[gesetzlicher Vertreter]] des Betroffenen, sondern ein Überwachungsorgan, das dem Gericht Kontrollaufgaben abnehmen soll (BayObLG FamRZ 1994, 325; &amp;#039;&amp;#039;Zimmermann&amp;#039;&amp;#039; FamRZ 1991, 270/277 m.w.N.). Die Bestellung eines Gegenbetreuers liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Vormundschaftsgerichts (§ 1792 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB). Dieses Ermessen ist jedoch zugunsten der Bestellung eines Gegenbetreuers eingeschränkt durch die Sollvorschrift des § 1792 Satz 2 BGB, die über § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB entsprechend anwendbar ist. Die Vorschrift verlangt die Bestellung eines Gegenbetreuers, wenn der Betreuer ein Vermögen zu verwalten hat, es sei denn dass diese Verwaltung nicht erheblich ist. Für die Erheblichkeit ist nicht an den Wert des Vermögens anzuknüpfen (BayObLG aaO). Entscheidend ist der Umfang der zu erbringenden Tätigkeit des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://skm.bistum-trier.de/fachinfo/3zbr11-04.htm BayObLG, Beschluss vom 10.05.2004]; 3Z BR 011/04, 3Z BR 11/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BtPrax 2004, 195 = FamRZ 2004, 1899 (LS) = FGPrax 2004, 236 = Rpfleger 2004, 565:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Beschwerde ein und erhält hiervon weder der Betreuer noch der Betroffene vor der für diesen nachteiligen Beschwerdeentscheidung Kenntnis, ist diese Entscheidung auf [[Rechtsmittel]] des Betroffenen ohne Rücksicht auf ihre sachliche Richtigkeit wegen eines absoluten Beschwerdegrundes aufzuheben.&lt;br /&gt;
# Bewilligt das Vormundschaftsgericht dem Betreuer eines vermögenden Betroffenen im Hinblick auf die außergewöhnliche Schwierigkeit der Betreuung einen deutlich über dem Regelbetrag liegenden &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundensatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, kann dieser grundsätzlich auch für die Vergütung des zur Überwachung dieses Betreuers bestellten Gegenbetreuers herangezogen werden (zur Rechtslage bis zum 30.6.2005).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Saarbrücken, Beschluss vom 07.06.2016, 5 T 147/16&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2016, 246&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gegenbetreuer darf nicht gegen den freien Willen des Betroffenen bestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung des beruflichen Gegenbetreuers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein beruflicher Gegenbetreuer durfte nach § 1899 Abs. 1 BGB a.F. neben einem beruflichen [[Berufsbetreuer|Betreuer]] bestellt werden. Dies war eine Ausnahme vom Verbot der Bestellung mehrerer Berufsbetreuer. Der Gegenbetreuer hat den gleichen pauschalierten Vergütungsanspruch wie der sonstige berufliche Betreuer. Rechtsgrundlagen: §§ 4, 5 VBVG a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsprechung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Schleswig, Beschluss vom 02.02.2006; 2 W 12/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FGPrax 2006, 166 = OLGR 2006, 438 = SchlHA 2006, 241:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bemessung der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Betreuervergütung]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (§ 5 VBVG) eines nachträglich bestellten Gegenbetreuers ist die erstmalige Begründung des Betreuerverhältnisses durch Bestellung des Betreuers maßgeblich (Ergänzung zum Senatsbeschluss vom 25.01.2006 - 2 W 240/05, OLGR 2006,201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2006/16_Wx_214_06beschluss20061102.html OLG Köln, Beschluss vom 02.11.2006]; 16 Wx 214/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2007, 937 = FGPrax 2007, 123 = BtMan 2007, 104 (Ls) = BtPrax 2007, 255 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Bemessung der Vergütung des Gegenbetreuers ist von dem Grundsatz auszugehen, dass für die Beurteilung des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundenansatzes &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Gegenbetreuers die erstmalige Begründung des Betreuungsverhältnisses maßgebend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Köln, Beschluss vom 07.03.2008, 16 Wx 17/08&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FamRZ 2008, 2064 = FGPrax 2008, 155 = BtMan 2008, 166 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Senat bleibt bei seiner Rechtsprechung, dass auch die Vergütung eines auf ein [[Aufgabenkreis|Aufgabengebiet]] beschränkten Betreuers, worunter Kontroll- und Gegenbetreuer fallen, sich – wie die [[Betreuervergütung|Vergütung des eigentlichen Betreuers]] – über §§ 1908 i, 1836 Abs. 1 BGB nach den §§ 4, 5 VBVG richtet (Senat vom 02.11.2006, OLGR Düsseldorf/Köln/Hamm 2007, 444).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Honorierung nach §§ 3 ff VBVG steht einem Berufsbetreuer nur in Ausnahmefällen ein zusätzlicher Aufwendungsersatzanspruch nach § 1835 Abs. 3 BGB zu. Seine Aufwendungen sind –wie § 4 Abs. 2 VBVG ausdrücklich regelt - mit der Vergütung nach §§ 3 ff VBVG abgegolten. Ein Ausnahmefall im Sinne des § 4 Abs. 2 Satz 2 VBVG, § 1835 Abs. 3 BGB verlangt, dass der Berufsbetreuer spezielle Dienste leistet, die zu seinem Beruf gehören. Es muss sich um Leistungen im Kernbereich des Berufsbetreuers handeln und die Tätigkeit muss ihm wegen seiner speziellen Kenntnisse übertragen worden sein, die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlich sind (vgl. Jurgeleit, Betreuungsrecht, § 1835 BGB, Rdnr. 50; Palandt/Diederichsen, 67. Auflage, § 1835 Rdnr.13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG München, Beschluss vom 08.07.2008, 33 Wx 119/07&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2008, 2309 = BtMan 2008, 227 (Ls) = FamRZ 2009, 78:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Anwalt als Gegenbetreuer eingesetzt und rechnet seine bei der schwierigen Prüfung der Genehmigungsfähigkeit eines Vergleiches (hier nach Schweizer Recht) zulässigerweise nach anwaltlichem Gebührenrecht (i.V.m. § 1835 III BGB) ab, kann er nicht auch noch eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vergleichsgebühr &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Zur Abschaffung des Gegenbetreuers und der Einführung eines anderen geeigneten Kontrollinstrumentes zur Entlastung des Betreuungsgerichts; Rechtspfleger-Studienhefte 2015, 42&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Quelle Wikipedia|Gegenvormund| 7. Juli  2006|3=http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gegenvormund&amp;amp;oldid=18733546}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56632</id>
		<title>Gegenbetreuer</title>
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		<updated>2023-04-16T12:43:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Aufsicht.gif|right]]&lt;br /&gt;
==Wegfall zum 1.1.2023==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Betreuungsrechtsreform]] wurde die Funktion des Gegenbetreuers mit Ablauf des 31.12.2022 abgeschafft. Bisherige Gegenbetreuungen sind am 31.12.2022 automatisch geendet (Art. 229 § 54 Abs. 2 EGBGB). Das gilt auch für den Vergütungsanspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums vom Oktober 2014 war erstmals angeregt worden, im Rahmen der beabsichtigten Reform der Vermögensverwaltung (im Vormundschafts- und Betreuungsrecht) den Gegenvormund/-betreuer abzuschaffen. Wörtlich heißt es unter Ziff. 6:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Das Rechtsinstitut des Gegenvormunds (§ 1792 BGB a.F.) soll abgeschafft werden. Der Gegenvormund, der den Vormund bei der Vermögensverwaltung unterstützen und das Gericht bei der Aufsicht entlasten soll, kommt in der Praxis so gut wie nicht vor. Das Rechtsinstitut verkompliziert die gesetzlichen Regelungen in der Vermögenssorge erheblich, ohne dass es zur beabsichtigten Entlastung der Gerichte kommt. Für das Betreuungsrecht soll geprüft werden, ob anstelle des Gegenbetreuers(§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB a.F.) ein besonderes Kontrollinstrument zur Entlastung der Gerichte eingeführt werden soll.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestellung des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuständig für die [[Betreuerbestellung|Bestellung]] war der Rechtspfleger der Betreuungsgerichtes. Der Gegenbetreuer wurde in der Praxis in Einzelfällen und auch nur selten bei der [[Vermögenssorge|Verwaltung größererer Vermögenswerte]] bestellt. Der Gegenbetreuer hatte insbesondere die Aufgabe, den Betreuer zu überwachen und bei [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] das Gericht einzuschalten. Der Betreuer hatte dem Gegenbetreuer Auskunft zu erteilen (§ 1799 BGB a.F.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenbetreuer konnte [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlich]] oder [[Berufsbetreuer|beruflich]] tätig sein. Im letzteren Falle musste die berufliche Tätigkeit nach (§ 1 VBVG a.F.) ausdrücklich vom Gericht im [[Gerichtsbeschluss|Bestellungsbeschluss]] genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Überwachung des Betreuers und Meldung von [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] an das Gericht, § 1899 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Mitarbeit beim [[Vermögensverzeichnis]], § 1802 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei Sperrvermerken im Rahmen der [[Mündelgeld]]anlage, § 1809 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung von regelmäßigen ([[Mündelsicher|mündelsicheren]]) [[Geldanlage]]n im Rahmen des § 1807 BGB a.F., § 1810 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung über Geldverfügungen, § 1812 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei der Überlassung von Gegenständen, § 1824 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Anhörung]] bei gerichtlichen Genehmigungen, § 1826 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Betreuerhaftung|Haftung]] bei Verletzung der eigenen Pflichten, § 1833 BGB a.F. &lt;br /&gt;
*Prüfung der Jahresrechnung ([[Rechnungslegung]]), § 1842 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Prüfung der [[Schlusstätigkeiten|Schlussrechnung]] und Auskunftserteilung, § 1891 BGB a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht dagegen genehmigen konnte der Gegenbetreuer [[Geldanlage]]n des Vormundes nach § 1811 BGB a.F. oder die genehmigungsbedürftigen Geschäfte nach §§ 1821, 1822 BGB a.F. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Bonn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 29.12.1992, 5 T 207/92, Rpfleger 1993,233&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bestellung eines Gegenbetreuers gemäß §§ 1908i, 1792 BGB ist funktionell der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtspfleger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zuständig (folgt daraus, dass § 15 RPflG nicht auf § 1908i BGB verweist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 28.10.1993, 3Z BR 220/93; BayObLGR 1994,3 (LS) = FamRZ 1994,325&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die Frage der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Beschwerde]]berechtigung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in einem Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers ist in entsprechender Anwendung von § 69g Abs. 1 FGG zu entscheiden. Dabei bleibt offen, ob dies mit §§ 1908i, 1792 Abs. 2 BGB oder mit § 69i Abs. 5 FGG zu begründen ist.&lt;br /&gt;
#Die Höhe des Vermögens eines Betreuten ist bei der Entscheidung der Frage, ob die Verwaltung des Vermögens erheblich ist im Sinn von § 1792 Abs. 2 BGB, ohne unmittelbare Bedeutung.&lt;br /&gt;
# Einzelfall fehlender Kausalität bei Verstoss gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs.&lt;br /&gt;
# Im Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers besteht keine Pflicht zur persönlichen Anhörung des Betroffenen gemäß § 68 FGG, wenn der [[Aufgabenkreis]] der Betreuung nicht erweitert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 05.11.1996; 3Z AR 81/96;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BayObLGZ 1996, 274 (Nr. 59)= BayObLGR 1997, 14 (LS)=B tPrax 1997, 123 (LS)= FamRZ 1997, 438 = NJWE-FER 1997, 90:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Das Gericht ist grundsätzlich nicht gehalten, dem Gegenbetreuer Gelegenheit zu geben, sich zu der beabsichtigten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abgabe des [[Betreuungsverfahren]]s&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu äußern.&lt;br /&gt;
# Auch bei einer Änderung des gewöhnlichen Aufenthalts des Betreuten sind für die Frage der Abgabe des Betreuungsverfahrens letztlich Zweckmäßigkeitserwägungen maßgebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 26.3.2001, 3Z BR 5/01&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BayObLGR 2001, 60 (LS)= BtPrax 2001, 218 (LS) und BtPrax 2002, 129 (LS) = FamRZ 2001, 1555:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Bei der Bestellung eines Gegenbetreuers ist die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;persönliche [[Anhörung]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Betroffenen in der Regel nicht erforderlich. Bestehen aber Zweifel, ob der Vorschlag des Betroffenen, eine bestimmte Person zu bestellen, dem wirklichen Willen des Betroffenen entspricht, so kann die persönliche Anhörung des Betroffenen geboten sein.&lt;br /&gt;
# Bestehen solche Zweifel, muss das Beschwerdegericht diese Anhörung wiederholen, wenn das Erstgericht nach Anhörung des Betroffenen deren Wünschen nicht entsprochen hat und das Beschwerdegericht anders entscheiden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 21.04.2004; 3Z BR 051/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 3Z BR 51/04; BayObLGR 2004, 286 = BtPrax 2004, 199 = FamRZ 2004, 1992:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Voraussetzungen der Bestellung eines Gegenbetreuers bei erheblicher [[Vermögensverwaltung]]. Diese liegt im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;pflichtgemäßen Ermessen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des VormG. Der Gegenbetreuer ist nicht [[gesetzlicher Vertreter]] des Betroffenen, sondern ein Überwachungsorgan, das dem Gericht Kontrollaufgaben abnehmen soll (BayObLG FamRZ 1994, 325; &amp;#039;&amp;#039;Zimmermann&amp;#039;&amp;#039; FamRZ 1991, 270/277 m.w.N.). Die Bestellung eines Gegenbetreuers liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Vormundschaftsgerichts (§ 1792 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB). Dieses Ermessen ist jedoch zugunsten der Bestellung eines Gegenbetreuers eingeschränkt durch die Sollvorschrift des § 1792 Satz 2 BGB, die über § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB entsprechend anwendbar ist. Die Vorschrift verlangt die Bestellung eines Gegenbetreuers, wenn der Betreuer ein Vermögen zu verwalten hat, es sei denn dass diese Verwaltung nicht erheblich ist. Für die Erheblichkeit ist nicht an den Wert des Vermögens anzuknüpfen (BayObLG aaO). Entscheidend ist der Umfang der zu erbringenden Tätigkeit des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://skm.bistum-trier.de/fachinfo/3zbr11-04.htm BayObLG, Beschluss vom 10.05.2004]; 3Z BR 011/04, 3Z BR 11/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BtPrax 2004, 195 = FamRZ 2004, 1899 (LS) = FGPrax 2004, 236 = Rpfleger 2004, 565:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Beschwerde ein und erhält hiervon weder der Betreuer noch der Betroffene vor der für diesen nachteiligen Beschwerdeentscheidung Kenntnis, ist diese Entscheidung auf [[Rechtsmittel]] des Betroffenen ohne Rücksicht auf ihre sachliche Richtigkeit wegen eines absoluten Beschwerdegrundes aufzuheben.&lt;br /&gt;
# Bewilligt das Vormundschaftsgericht dem Betreuer eines vermögenden Betroffenen im Hinblick auf die außergewöhnliche Schwierigkeit der Betreuung einen deutlich über dem Regelbetrag liegenden &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundensatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, kann dieser grundsätzlich auch für die Vergütung des zur Überwachung dieses Betreuers bestellten Gegenbetreuers herangezogen werden (zur Rechtslage bis zum 30.6.2005).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Saarbrücken, Beschluss vom 07.06.2016, 5 T 147/16&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2016, 246&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gegenbetreuer darf nicht gegen den freien Willen des Betroffenen bestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung des beruflichen Gegenbetreuers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein beruflicher Gegenbetreuer durfte nach § 1899 Abs. 1 BGB a.F. neben einem beruflichen [[Berufsbetreuer|Betreuer]] bestellt werden. Dies war eine Ausnahme vom Verbot der Bestellung mehrerer Berufsbetreuer. Der Gegenbetreuer hat den gleichen pauschalierten Vergütungsanspruch wie der sonstige berufliche Betreuer. Rechtsgrundlagen: §§ 4, 5 VBVG a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsprechung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Schleswig, Beschluss vom 02.02.2006; 2 W 12/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FGPrax 2006, 166 = OLGR 2006, 438 = SchlHA 2006, 241:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bemessung der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Betreuervergütung]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (§ 5 VBVG) eines nachträglich bestellten Gegenbetreuers ist die erstmalige Begründung des Betreuerverhältnisses durch Bestellung des Betreuers maßgeblich (Ergänzung zum Senatsbeschluss vom 25.01.2006 - 2 W 240/05, OLGR 2006,201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2006/16_Wx_214_06beschluss20061102.html OLG Köln, Beschluss vom 02.11.2006]; 16 Wx 214/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2007, 937 = FGPrax 2007, 123 = BtMan 2007, 104 (Ls) = BtPrax 2007, 255 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Bemessung der Vergütung des Gegenbetreuers ist von dem Grundsatz auszugehen, dass für die Beurteilung des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundenansatzes &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Gegenbetreuers die erstmalige Begründung des Betreuungsverhältnisses maßgebend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Köln, Beschluss vom 07.03.2008, 16 Wx 17/08&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FamRZ 2008, 2064 = FGPrax 2008, 155 = BtMan 2008, 166 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Senat bleibt bei seiner Rechtsprechung, dass auch die Vergütung eines auf ein [[Aufgabenkreis|Aufgabengebiet]] beschränkten Betreuers, worunter Kontroll- und Gegenbetreuer fallen, sich – wie die [[Betreuervergütung|Vergütung des eigentlichen Betreuers]] – über §§ 1908 i, 1836 Abs. 1 BGB nach den §§ 4, 5 VBVG richtet (Senat vom 02.11.2006, OLGR Düsseldorf/Köln/Hamm 2007, 444).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Honorierung nach §§ 3 ff VBVG steht einem Berufsbetreuer nur in Ausnahmefällen ein zusätzlicher Aufwendungsersatzanspruch nach § 1835 Abs. 3 BGB zu. Seine Aufwendungen sind –wie § 4 Abs. 2 VBVG ausdrücklich regelt - mit der Vergütung nach §§ 3 ff VBVG abgegolten. Ein Ausnahmefall im Sinne des § 4 Abs. 2 Satz 2 VBVG, § 1835 Abs. 3 BGB verlangt, dass der Berufsbetreuer spezielle Dienste leistet, die zu seinem Beruf gehören. Es muss sich um Leistungen im Kernbereich des Berufsbetreuers handeln und die Tätigkeit muss ihm wegen seiner speziellen Kenntnisse übertragen worden sein, die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlich sind (vgl. Jurgeleit, Betreuungsrecht, § 1835 BGB, Rdnr. 50; Palandt/Diederichsen, 67. Auflage, § 1835 Rdnr.13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG München, Beschluss vom 08.07.2008, 33 Wx 119/07&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2008, 2309 = BtMan 2008, 227 (Ls) = FamRZ 2009, 78:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Anwalt als Gegenbetreuer eingesetzt und rechnet seine bei der schwierigen Prüfung der Genehmigungsfähigkeit eines Vergleiches (hier nach Schweizer Recht) zulässigerweise nach anwaltlichem Gebührenrecht (i.V.m. § 1835 III BGB) ab, kann er nicht auch noch eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vergleichsgebühr &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Zur Abschaffung des Gegenbetreuers und der Einführung eines anderen geeigneten Kontrollinstrumentes zur Entlastung des Betreuungsgerichts; Rechtspfleger-Studienhefte 2015, 42&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Quelle Wikipedia|Gegenvormund| 7. Juli  2006|3=http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gegenvormund&amp;amp;oldid=18733546}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56631</id>
		<title>Gegenbetreuer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56631"/>
		<updated>2023-04-16T12:43:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Aufsicht.gif|right]]&lt;br /&gt;
==Wegfall zum 1.1.2023==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Betreuungsrechtsreform]] wurde die Funktion des Gegenbetreuers mit Ablauf des 31.12.2022 abgeschafft. Bisherige Gegenbetreuungen sind am 31.12.2022 automatisch geendet (Art. 229 § 54 Abs. 2 EGBGB). Das gilt auch für den Vergütungsanspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums vom Oktober 2014 war erstmals angeregt worden, im Rahmen der beabsichtigten Reform der Vermögensverwaltung (im Vormundschafts- und Betreuungsrecht) den Gegenvormund/-betreuer abzuschaffen. Wörtlich heißt es unter Ziff. 6:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Das Rechtsinstitut des Gegenvormunds (§ 1792 BGB a.F.) soll abgeschafft werden. Der Gegenvormund, der den Vormund bei der Vermögensverwaltung unterstützen und das Gericht bei der Aufsicht entlasten soll, kommt in der Praxis so gut wie nicht vor. Das Rechtsinstitut verkompliziert die gesetzlichen Regelungen in der Vermögenssorge erheblich, ohne dass es zur beabsichtigten Entlastung der Gerichte kommt. Für das Betreuungsrecht soll geprüft werden, ob anstelle des Gegenbetreuers(§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB a.F.) ein besonderes Kontrollinstrument zur Entlastung der Gerichte eingeführt werden soll.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestellung des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuständig für die [[Betreuerbestellung|Bestellung]] war der Rechtspfleger der Betreuungsgerichtes. Der Gegenbetreuer wurde in der Praxis in Einzelfällen und auch nur selten bei der [[Vermögenssorge|Verwaltung größererer Vermögenswerte]] bestellt. Der Gegenbetreuer hatte insbesondere die Aufgabe, den Betreuer zu überwachen und bei [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] das Gericht einzuschalten. Der Betreuer hatte dem Gegenbetreuer Auskunft zu erteilen (§ 1799 BGB a.F.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenbetreuer konnte [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlich]] oder [[Berufsbetreuer|beruflich]] tätig sein. Im letzteren Falle musste die berufliche Tätigkeit nach (§ 1 VBVG a.F.) ausdrücklich vom Gericht im [[Gerichtsbeschluss|Bestellungsbeschluss]] genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Überwachung des Betreuers und Meldung von [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] an das Gericht, § 1899 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Mitarbeit beim [[Vermögensverzeichnis]], § 1802 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei Sperrvermerken im Rahmen der [[Mündelgeld]]anlage, § 1809 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung von regelmäßigen ([[Mündelsicher|mündelsicheren]]) [[Geldanlage]]n im Rahmen des § 1807 BGB a.F., § 1810 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung über Geldverfügungen, § 1812 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei der Überlassung von Gegenständen, § 1824 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Anhörung]] bei gerichtlichen Genehmigungen, § 1826 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Betreuerhaftung|Haftung]] bei Verletzung der eigenen Pflichten, § 1833 BGB a.F. &lt;br /&gt;
*Prüfung der Jahresrechnung ([[Rechnungslegung]]), § 1842 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Prüfung der [[Schlusstätigkeiten|Schlussrechnung]] und Auskunftserteilung, § 1891 BGB a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht dagegen genehmigen konnte der Gegenbetreuer [[Geldanlage]]n des Vormundes nach § 1811 BGB a.F. oder die genehmigungsbedürftigen Geschäfte nach §§ 1821, 1822 BGB a.F. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Bonn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 29.12.1992, 5 T 207/92, Rpfleger 1993,233&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bestellung eines Gegenbetreuers gemäß §§ 1908i, 1792 BGB ist funktionell der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtspfleger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zuständig (folgt daraus, dass § 15 RPflG nicht auf § 1908i BGB verweist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 28.10.1993, 3Z BR 220/93; BayObLGR 1994,3 (LS) = FamRZ 1994,325&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die Frage der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Beschwerde]]berechtigung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in einem Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers ist in entsprechender Anwendung von § 69g Abs. 1 FGG zu entscheiden. Dabei bleibt offen, ob dies mit §§ 1908i, 1792 Abs. 2 BGB oder mit § 69i Abs. 5 FGG zu begründen ist.&lt;br /&gt;
#Die Höhe des Vermögens eines Betreuten ist bei der Entscheidung der Frage, ob die Verwaltung des Vermögens erheblich ist im Sinn von § 1792 Abs. 2 BGB, ohne unmittelbare Bedeutung.&lt;br /&gt;
# Einzelfall fehlender Kausalität bei Verstoss gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs.&lt;br /&gt;
# Im Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers besteht keine Pflicht zur persönlichen Anhörung des Betroffenen gemäß § 68 FGG, wenn der [[Aufgabenkreis]] der Betreuung nicht erweitert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 05.11.1996; 3Z AR 81/96;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BayObLGZ 1996, 274 (Nr. 59)= BayObLGR 1997, 14 (LS)=B tPrax 1997, 123 (LS)= FamRZ 1997, 438 = NJWE-FER 1997, 90:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Das Gericht ist grundsätzlich nicht gehalten, dem Gegenbetreuer Gelegenheit zu geben, sich zu der beabsichtigten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abgabe des [[Betreuungsverfahren]]s&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu äußern.&lt;br /&gt;
# Auch bei einer Änderung des gewöhnlichen Aufenthalts des Betreuten sind für die Frage der Abgabe des Betreuungsverfahrens letztlich Zweckmäßigkeitserwägungen maßgebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 26.3.2001, 3Z BR 5/01&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BayObLGR 2001, 60 (LS)= BtPrax 2001, 218 (LS) und BtPrax 2002, 129 (LS) = FamRZ 2001, 1555:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Bei der Bestellung eines Gegenbetreuers ist die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;persönliche [[Anhörung]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Betroffenen in der Regel nicht erforderlich. Bestehen aber Zweifel, ob der Vorschlag des Betroffenen, eine bestimmte Person zu bestellen, dem wirklichen Willen des Betroffenen entspricht, so kann die persönliche Anhörung des Betroffenen geboten sein.&lt;br /&gt;
# Bestehen solche Zweifel, muss das Beschwerdegericht diese Anhörung wiederholen, wenn das Erstgericht nach Anhörung des Betroffenen deren Wünschen nicht entsprochen hat und das Beschwerdegericht anders entscheiden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 21.04.2004; 3Z BR 051/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 3Z BR 51/04; BayObLGR 2004, 286 = BtPrax 2004, 199 = FamRZ 2004, 1992:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Voraussetzungen der Bestellung eines Gegenbetreuers bei erheblicher [[Vermögensverwaltung]]. Diese liegt im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;pflichtgemäßen Ermessen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des VormG. Der Gegenbetreuer ist nicht [[gesetzlicher Vertreter]] des Betroffenen, sondern ein Überwachungsorgan, das dem Gericht Kontrollaufgaben abnehmen soll (BayObLG FamRZ 1994, 325; &amp;#039;&amp;#039;Zimmermann&amp;#039;&amp;#039; FamRZ 1991, 270/277 m.w.N.). Die Bestellung eines Gegenbetreuers liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Vormundschaftsgerichts (§ 1792 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB). Dieses Ermessen ist jedoch zugunsten der Bestellung eines Gegenbetreuers eingeschränkt durch die Sollvorschrift des § 1792 Satz 2 BGB, die über § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB entsprechend anwendbar ist. Die Vorschrift verlangt die Bestellung eines Gegenbetreuers, wenn der Betreuer ein Vermögen zu verwalten hat, es sei denn dass diese Verwaltung nicht erheblich ist. Für die Erheblichkeit ist nicht an den Wert des Vermögens anzuknüpfen (BayObLG aaO). Entscheidend ist der Umfang der zu erbringenden Tätigkeit des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://skm.bistum-trier.de/fachinfo/3zbr11-04.htm BayObLG, Beschluss vom 10.05.2004]; 3Z BR 011/04, 3Z BR 11/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BtPrax 2004, 195 = FamRZ 2004, 1899 (LS) = FGPrax 2004, 236 = Rpfleger 2004, 565:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Beschwerde ein und erhält hiervon weder der Betreuer noch der Betroffene vor der für diesen nachteiligen Beschwerdeentscheidung Kenntnis, ist diese Entscheidung auf [[Rechtsmittel]] des Betroffenen ohne Rücksicht auf ihre sachliche Richtigkeit wegen eines absoluten Beschwerdegrundes aufzuheben.&lt;br /&gt;
# Bewilligt das Vormundschaftsgericht dem Betreuer eines vermögenden Betroffenen im Hinblick auf die außergewöhnliche Schwierigkeit der Betreuung einen deutlich über dem Regelbetrag liegenden &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundensatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, kann dieser grundsätzlich auch für die Vergütung des zur Überwachung dieses Betreuers bestellten Gegenbetreuers herangezogen werden (zur Rechtslage bis zum 30.6.2005).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Saarbrücken, Beschluss vom 07.06.2016, 5 T 147/16&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2016, 246&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gegenbetreuer darf nicht gegen den freien Willen des Betroffenen bestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung des beruflichen Gegenvormundes ==&lt;br /&gt;
Der Gegenvormund eines Minderjährigen wird nach konkretem Zeitaufwand vergütet, {{Zitat de §|3|vbvg}} [[wikipedia:de:Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] VBVG. Die Stundensätze liegen zwischen 19,50 Euro und 33,50 Euro (zuzüglich [[wikipedia:de:Mehrwertsteuer|MWSt.]]) je nach Qualifikation. [[Aufwendungsersatz]] nach {{Zitat de §|1835|bgb}} [[wikipedia:de:Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] wird zusätzlich gezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei besonderer Schwierigkeit kann der [[Stundensatz]] erhöht werden: bewilligt das Gericht dem Vormund eines vermögenden Mündels wegen außergewöhnlicher Schwierigkeiten eine erhöhten Stundensatz, kann dieser grundsätzlich auch für die Vergütung des zur Überwachung dieses Vormundes bestellten Gegenvormund herangezogen werden: BayObLG [[BtPrax]] 2004, 195  = FGPrax 2004, 236 = FamRZ 2004, 1899 = Rpfleger 2004, 565.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung des beruflichen Gegenbetreuers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein beruflicher Gegenbetreuer durfte nach § 1899 Abs. 1 BGB a.F. neben einem beruflichen [[Berufsbetreuer|Betreuer]] bestellt werden. Dies war eine Ausnahme vom Verbot der Bestellung mehrerer Berufsbetreuer. Der Gegenbetreuer hat den gleichen pauschalierten Vergütungsanspruch wie der sonstige berufliche Betreuer. Rechtsgrundlagen: §§ 4, 5 VBVG a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsprechung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Schleswig, Beschluss vom 02.02.2006; 2 W 12/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FGPrax 2006, 166 = OLGR 2006, 438 = SchlHA 2006, 241:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bemessung der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Betreuervergütung]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (§ 5 VBVG) eines nachträglich bestellten Gegenbetreuers ist die erstmalige Begründung des Betreuerverhältnisses durch Bestellung des Betreuers maßgeblich (Ergänzung zum Senatsbeschluss vom 25.01.2006 - 2 W 240/05, OLGR 2006,201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2006/16_Wx_214_06beschluss20061102.html OLG Köln, Beschluss vom 02.11.2006]; 16 Wx 214/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2007, 937 = FGPrax 2007, 123 = BtMan 2007, 104 (Ls) = BtPrax 2007, 255 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Bemessung der Vergütung des Gegenbetreuers ist von dem Grundsatz auszugehen, dass für die Beurteilung des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundenansatzes &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Gegenbetreuers die erstmalige Begründung des Betreuungsverhältnisses maßgebend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Köln, Beschluss vom 07.03.2008, 16 Wx 17/08&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FamRZ 2008, 2064 = FGPrax 2008, 155 = BtMan 2008, 166 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Senat bleibt bei seiner Rechtsprechung, dass auch die Vergütung eines auf ein [[Aufgabenkreis|Aufgabengebiet]] beschränkten Betreuers, worunter Kontroll- und Gegenbetreuer fallen, sich – wie die [[Betreuervergütung|Vergütung des eigentlichen Betreuers]] – über §§ 1908 i, 1836 Abs. 1 BGB nach den §§ 4, 5 VBVG richtet (Senat vom 02.11.2006, OLGR Düsseldorf/Köln/Hamm 2007, 444).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Honorierung nach §§ 3 ff VBVG steht einem Berufsbetreuer nur in Ausnahmefällen ein zusätzlicher Aufwendungsersatzanspruch nach § 1835 Abs. 3 BGB zu. Seine Aufwendungen sind –wie § 4 Abs. 2 VBVG ausdrücklich regelt - mit der Vergütung nach §§ 3 ff VBVG abgegolten. Ein Ausnahmefall im Sinne des § 4 Abs. 2 Satz 2 VBVG, § 1835 Abs. 3 BGB verlangt, dass der Berufsbetreuer spezielle Dienste leistet, die zu seinem Beruf gehören. Es muss sich um Leistungen im Kernbereich des Berufsbetreuers handeln und die Tätigkeit muss ihm wegen seiner speziellen Kenntnisse übertragen worden sein, die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlich sind (vgl. Jurgeleit, Betreuungsrecht, § 1835 BGB, Rdnr. 50; Palandt/Diederichsen, 67. Auflage, § 1835 Rdnr.13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG München, Beschluss vom 08.07.2008, 33 Wx 119/07&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2008, 2309 = BtMan 2008, 227 (Ls) = FamRZ 2009, 78:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Anwalt als Gegenbetreuer eingesetzt und rechnet seine bei der schwierigen Prüfung der Genehmigungsfähigkeit eines Vergleiches (hier nach Schweizer Recht) zulässigerweise nach anwaltlichem Gebührenrecht (i.V.m. § 1835 III BGB) ab, kann er nicht auch noch eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vergleichsgebühr &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Zur Abschaffung des Gegenbetreuers und der Einführung eines anderen geeigneten Kontrollinstrumentes zur Entlastung des Betreuungsgerichts; Rechtspfleger-Studienhefte 2015, 42&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Quelle Wikipedia|Gegenvormund| 7. Juli  2006|3=http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gegenvormund&amp;amp;oldid=18733546}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56630</id>
		<title>Gegenbetreuer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Gegenbetreuer&amp;diff=56630"/>
		<updated>2023-04-16T12:37:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Aufsicht.gif|right]]&lt;br /&gt;
==Wegfall zum 1.1.2023==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Betreuungsrechtsreform]] wurde die Funktion des Gegenbetreuers mit Ablauf des 31.12.2022 abgeschafft. Bisherige Gegenbetreuungen sind am 31.12.2022 automatisch geendet (Art. 229 § 54 Abs. 2 EGBGB). Das gilt auch für den Vergütungsanspruch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Eckpunktepapier des Bundesjustizministeriums vom Oktober 2014 war erstmals angeregt worden, im Rahmen der beabsichtigten Reform der Vermögensverwaltung (im Vormundschafts- und Betreuungsrecht) den Gegenvormund/-betreuer abzuschaffen. Wörtlich heißt es unter Ziff. 6:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Das Rechtsinstitut des Gegenvormunds (§ 1792 BGB) soll abgeschafft werden. Der Gegenvormund, der den Vormund bei der Vermögensverwaltung unterstützen und das Gericht bei der Aufsicht entlasten soll, kommt in der Praxis so gut wie nicht vor. Das Rechtsinstitut verkompliziert die gesetzlichen Regelungen in der Vermögenssorge erheblich, ohne dass es zur beabsichtigten Entlastung der Gerichte kommt. Für das Betreuungsrecht soll geprüft werden, ob anstelle des Gegenbetreuers(§§ 1908i Abs. 1, 1792 BGB) ein besonderes Kontrollinstrument zur Entlastung der Gerichte eingeführt werden soll.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestellung des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuständig für die [[Betreuerbestellung|Bestellung]] war der Rechtspfleger der Betreuungsgerichtes. Der Gegenbetreuer wurde in der Praxis in Einzelfällen und auch nur selten bei der [[Vermögenssorge|Verwaltung größererer Vermögenswerte]] bestellt. Der Gegenbetreuer hatte insbesondere die Aufgabe, den Betreuer zu überwachen und bei [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] das Gericht einzuschalten. Der Betreuer hatte dem Gegenbetreuer Auskunft zu erteilen ({{Zitat de §|1799|bgb}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegenbetreuer konnte [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlich]] oder [[Berufsbetreuer|beruflich]] tätig sein. Im letzteren Falle musste die berufliche Tätigkeit nach {{Zitat de §|1|vbvg}} [[VBVG]] ausdrücklich vom Gericht im [[Gerichtsbeschluss|Bestellungsbeschluss]] genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgaben des Gegenbetreuers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Überwachung des Betreuers und Meldung von [[Betreuerhaftung|Pflichtwidrigkeiten]] an das Gericht, § 1899 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Mitarbeit beim [[Vermögensverzeichnis]], § 1802 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei Sperrvermerken im Rahmen der [[Mündelgeld]]anlage, § 1809 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung von regelmäßigen ([[Mündelsicher|mündelsicheren]]) [[Geldanlage]]n im Rahmen des § 1807 BGB a.F., § 1810 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung über Geldverfügungen, § 1812 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Genehmigung bei der Überlassung von Gegenständen, § 1824 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Anhörung]] bei gerichtlichen Genehmigungen, § 1826 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*[[Betreuerhaftung|Haftung]] bei Verletzung der eigenen Pflichten, § 1833 BGB a.F. &lt;br /&gt;
*Prüfung der Jahresrechnung ([[Rechnungslegung]]), § 1842 BGB a.F.&lt;br /&gt;
*Prüfung der [[Schlusstätigkeiten|Schlussrechnung]] und Auskunftserteilung, § 1891 BGB a.F.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht dagegen genehmigen konnte der Gegenbetreuer [[Geldanlage]]n des Vormundes nach § 1811 BGB a.F. oder die genehmigungsbedürftigen Geschäfte nach §§ 1821, 1822 BGB a.F. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Bonn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 29.12.1992, 5 T 207/92, Rpfleger 1993,233&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bestellung eines Gegenbetreuers gemäß §§ 1908i, 1792 BGB ist funktionell der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtspfleger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zuständig (folgt daraus, dass § 15 RPflG nicht auf § 1908i BGB verweist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, Beschluss vom 28.10.1993, 3Z BR 220/93; BayObLGR 1994,3 (LS) = FamRZ 1994,325&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die Frage der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Beschwerde]]berechtigung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in einem Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers ist in entsprechender Anwendung von § 69g Abs. 1 FGG zu entscheiden. Dabei bleibt offen, ob dies mit §§ 1908i, 1792 Abs. 2 BGB oder mit § 69i Abs. 5 FGG zu begründen ist.&lt;br /&gt;
#Die Höhe des Vermögens eines Betreuten ist bei der Entscheidung der Frage, ob die Verwaltung des Vermögens erheblich ist im Sinn von § 1792 Abs. 2 BGB, ohne unmittelbare Bedeutung.&lt;br /&gt;
# Einzelfall fehlender Kausalität bei Verstoss gegen den Grundsatz des rechtlichen Gehörs.&lt;br /&gt;
# Im Verfahren auf Bestellung eines Gegenbetreuers besteht keine Pflicht zur persönlichen Anhörung des Betroffenen gemäß § 68 FGG, wenn der [[Aufgabenkreis]] der Betreuung nicht erweitert werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 05.11.1996; 3Z AR 81/96;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BayObLGZ 1996, 274 (Nr. 59)= BayObLGR 1997, 14 (LS)=B tPrax 1997, 123 (LS)= FamRZ 1997, 438 = NJWE-FER 1997, 90:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Das Gericht ist grundsätzlich nicht gehalten, dem Gegenbetreuer Gelegenheit zu geben, sich zu der beabsichtigten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abgabe des [[Betreuungsverfahren]]s&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu äußern.&lt;br /&gt;
# Auch bei einer Änderung des gewöhnlichen Aufenthalts des Betreuten sind für die Frage der Abgabe des Betreuungsverfahrens letztlich Zweckmäßigkeitserwägungen maßgebend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 26.3.2001, 3Z BR 5/01&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BayObLGR 2001, 60 (LS)= BtPrax 2001, 218 (LS) und BtPrax 2002, 129 (LS) = FamRZ 2001, 1555:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Bei der Bestellung eines Gegenbetreuers ist die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;persönliche [[Anhörung]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Betroffenen in der Regel nicht erforderlich. Bestehen aber Zweifel, ob der Vorschlag des Betroffenen, eine bestimmte Person zu bestellen, dem wirklichen Willen des Betroffenen entspricht, so kann die persönliche Anhörung des Betroffenen geboten sein.&lt;br /&gt;
# Bestehen solche Zweifel, muss das Beschwerdegericht diese Anhörung wiederholen, wenn das Erstgericht nach Anhörung des Betroffenen deren Wünschen nicht entsprochen hat und das Beschwerdegericht anders entscheiden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BayObLG, Beschluss vom 21.04.2004; 3Z BR 051/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, 3Z BR 51/04; BayObLGR 2004, 286 = BtPrax 2004, 199 = FamRZ 2004, 1992:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Voraussetzungen der Bestellung eines Gegenbetreuers bei erheblicher [[Vermögensverwaltung]]. Diese liegt im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;pflichtgemäßen Ermessen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; des VormG. Der Gegenbetreuer ist nicht [[gesetzlicher Vertreter]] des Betroffenen, sondern ein Überwachungsorgan, das dem Gericht Kontrollaufgaben abnehmen soll (BayObLG FamRZ 1994, 325; &amp;#039;&amp;#039;Zimmermann&amp;#039;&amp;#039; FamRZ 1991, 270/277 m.w.N.). Die Bestellung eines Gegenbetreuers liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Vormundschaftsgerichts (§ 1792 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB). Dieses Ermessen ist jedoch zugunsten der Bestellung eines Gegenbetreuers eingeschränkt durch die Sollvorschrift des § 1792 Satz 2 BGB, die über § 1908i Abs. 1 Satz 1 BGB entsprechend anwendbar ist. Die Vorschrift verlangt die Bestellung eines Gegenbetreuers, wenn der Betreuer ein Vermögen zu verwalten hat, es sei denn dass diese Verwaltung nicht erheblich ist. Für die Erheblichkeit ist nicht an den Wert des Vermögens anzuknüpfen (BayObLG aaO). Entscheidend ist der Umfang der zu erbringenden Tätigkeit des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://skm.bistum-trier.de/fachinfo/3zbr11-04.htm BayObLG, Beschluss vom 10.05.2004]; 3Z BR 011/04, 3Z BR 11/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; BtPrax 2004, 195 = FamRZ 2004, 1899 (LS) = FGPrax 2004, 236 = Rpfleger 2004, 565:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Beschwerde ein und erhält hiervon weder der Betreuer noch der Betroffene vor der für diesen nachteiligen Beschwerdeentscheidung Kenntnis, ist diese Entscheidung auf [[Rechtsmittel]] des Betroffenen ohne Rücksicht auf ihre sachliche Richtigkeit wegen eines absoluten Beschwerdegrundes aufzuheben.&lt;br /&gt;
# Bewilligt das Vormundschaftsgericht dem Betreuer eines vermögenden Betroffenen im Hinblick auf die außergewöhnliche Schwierigkeit der Betreuung einen deutlich über dem Regelbetrag liegenden &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundensatz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, kann dieser grundsätzlich auch für die Vergütung des zur Überwachung dieses Betreuers bestellten Gegenbetreuers herangezogen werden (zur Rechtslage bis zum 30.6.2005).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Saarbrücken, Beschluss vom 07.06.2016, 5 T 147/16&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2016, 246&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gegenbetreuer darf nicht gegen den freien Willen des Betroffenen bestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung des beruflichen Gegenvormundes ==&lt;br /&gt;
Der Gegenvormund eines Minderjährigen wird nach konkretem Zeitaufwand vergütet, {{Zitat de §|3|vbvg}} [[wikipedia:de:Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] VBVG. Die Stundensätze liegen zwischen 19,50 Euro und 33,50 Euro (zuzüglich [[wikipedia:de:Mehrwertsteuer|MWSt.]]) je nach Qualifikation. [[Aufwendungsersatz]] nach {{Zitat de §|1835|bgb}} [[wikipedia:de:Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] wird zusätzlich gezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei besonderer Schwierigkeit kann der [[Stundensatz]] erhöht werden: bewilligt das Gericht dem Vormund eines vermögenden Mündels wegen außergewöhnlicher Schwierigkeiten eine erhöhten Stundensatz, kann dieser grundsätzlich auch für die Vergütung des zur Überwachung dieses Vormundes bestellten Gegenvormund herangezogen werden: BayObLG [[BtPrax]] 2004, 195  = FGPrax 2004, 236 = FamRZ 2004, 1899 = Rpfleger 2004, 565.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergütung des beruflichen Gegenbetreuers ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein beruflicher Gegenbetreuer darf nach {{Zitat de §|1899|bgb}} Abs. 1 BGB neben einem beruflichen [[Berufsbetreuer|Betreuer]] bestellt werden. Dies ist eine Ausnahme vom Verbot der Bestellung mehrerer Berufsbetreuer. Der Gegenbetreuer hat den gleichen pauschalierten Vergütungsanspruch wie der sonstige berufliche Betreuer. Rechtsgrundlagen: {{Zitat de §|4|vbvg}} und {{Zitat de §|5|vbvg}} VBVG. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rechtsprechung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Schleswig, Beschluss vom 02.02.2006; 2 W 12/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FGPrax 2006, 166 = OLGR 2006, 438 = SchlHA 2006, 241:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bemessung der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Betreuervergütung]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (§ 5 VBVG) eines nachträglich bestellten Gegenbetreuers ist die erstmalige Begründung des Betreuerverhältnisses durch Bestellung des Betreuers maßgeblich (Ergänzung zum Senatsbeschluss vom 25.01.2006 - 2 W 240/05, OLGR 2006,201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/koeln/j2006/16_Wx_214_06beschluss20061102.html OLG Köln, Beschluss vom 02.11.2006]; 16 Wx 214/06&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2007, 937 = FGPrax 2007, 123 = BtMan 2007, 104 (Ls) = BtPrax 2007, 255 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für die Bemessung der Vergütung des Gegenbetreuers ist von dem Grundsatz auszugehen, dass für die Beurteilung des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stundenansatzes &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;des Gegenbetreuers die erstmalige Begründung des Betreuungsverhältnisses maßgebend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Köln, Beschluss vom 07.03.2008, 16 Wx 17/08&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; FamRZ 2008, 2064 = FGPrax 2008, 155 = BtMan 2008, 166 (Ls):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Senat bleibt bei seiner Rechtsprechung, dass auch die Vergütung eines auf ein [[Aufgabenkreis|Aufgabengebiet]] beschränkten Betreuers, worunter Kontroll- und Gegenbetreuer fallen, sich – wie die [[Betreuervergütung|Vergütung des eigentlichen Betreuers]] – über §§ 1908 i, 1836 Abs. 1 BGB nach den §§ 4, 5 VBVG richtet (Senat vom 02.11.2006, OLGR Düsseldorf/Köln/Hamm 2007, 444).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Honorierung nach §§ 3 ff VBVG steht einem Berufsbetreuer nur in Ausnahmefällen ein zusätzlicher Aufwendungsersatzanspruch nach § 1835 Abs. 3 BGB zu. Seine Aufwendungen sind –wie § 4 Abs. 2 VBVG ausdrücklich regelt - mit der Vergütung nach §§ 3 ff VBVG abgegolten. Ein Ausnahmefall im Sinne des § 4 Abs. 2 Satz 2 VBVG, § 1835 Abs. 3 BGB verlangt, dass der Berufsbetreuer spezielle Dienste leistet, die zu seinem Beruf gehören. Es muss sich um Leistungen im Kernbereich des Berufsbetreuers handeln und die Tätigkeit muss ihm wegen seiner speziellen Kenntnisse übertragen worden sein, die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlich sind (vgl. Jurgeleit, Betreuungsrecht, § 1835 BGB, Rdnr. 50; Palandt/Diederichsen, 67. Auflage, § 1835 Rdnr.13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG München, Beschluss vom 08.07.2008, 33 Wx 119/07&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, FamRZ 2008, 2309 = BtMan 2008, 227 (Ls) = FamRZ 2009, 78:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Anwalt als Gegenbetreuer eingesetzt und rechnet seine bei der schwierigen Prüfung der Genehmigungsfähigkeit eines Vergleiches (hier nach Schweizer Recht) zulässigerweise nach anwaltlichem Gebührenrecht (i.V.m. § 1835 III BGB) ab, kann er nicht auch noch eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vergleichsgebühr &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;verlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
[[Bestellung mehrerer Betreuer]], [[Verhinderungsbetreuer]], [[Kontrollbetreuer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Zur Abschaffung des Gegenbetreuers und der Einführung eines anderen geeigneten Kontrollinstrumentes zur Entlastung des Betreuungsgerichts; Rechtspfleger-Studienhefte 2015, 42&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Quelle Wikipedia|Gegenvormund| 7. Juli  2006|3=http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gegenvormund&amp;amp;oldid=18733546}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56627</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56627"/>
		<updated>2023-04-13T17:37:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Gesonderter Betreuerausweis */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines [[Zwangsgeld]]es nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
* Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Aufgabenbereiche.&lt;br /&gt;
* Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige Anordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
* Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesonderter Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgabenkreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56626</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:37:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines [[Zwangsgeld]]es nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
* Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Aufgabenbereiche.&lt;br /&gt;
* Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige Anordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
* Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesonderter Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56625</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:34:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines [[Zwangsgeld]]es nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
* Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Aufgabenbereiche.&lt;br /&gt;
* Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige Anordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
* Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesonderter Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
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		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56624</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:33:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines [[Zwangsgeld]]es nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers &lt;br /&gt;
(Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine Anschrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausgestellt werden müsste.)&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
* Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Aufgabenbereiche.&lt;br /&gt;
* Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige Anordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
* Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesonderter Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56623</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56623"/>
		<updated>2023-04-13T17:32:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines [[Zwangsgeld]]es nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers (Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine Anschrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausgestellt werden müsste.)&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
* Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Aufgabenbereiche.&lt;br /&gt;
* Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige Anordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesonderter Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56622</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56622"/>
		<updated>2023-04-13T17:31:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines [[Zwangsgeld]]es nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
* Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers	&lt;br /&gt;
Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine Anschrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausge-stellt werden müsste.&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
* Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Aufgabenbereiche.&lt;br /&gt;
* Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
* Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige Anordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesonderter Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56621</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:29:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Allgemeines */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines [[Zwangsgeld]]es nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e. &lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers	&lt;br /&gt;
Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine An-schrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausge-stellt werden müsste.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Auf-gabenbereiche.&lt;br /&gt;
Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige An-ordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesonderter Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56620</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:28:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines Zwangsgeldes nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e. &lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers	&lt;br /&gt;
Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine An-schrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausge-stellt werden müsste.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Auf-gabenbereiche.&lt;br /&gt;
Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige An-ordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesonderter Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56619</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:27:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Allgemeines */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines Zwangsgeldes nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung==&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e. &lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers	&lt;br /&gt;
Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine An-schrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausge-stellt werden müsste.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Auf-gabenbereiche.&lt;br /&gt;
Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige An-ordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterer Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56618</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:25:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Funktion */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines Zwangsgeldes nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e. &lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers	&lt;br /&gt;
Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine An-schrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausge-stellt werden müsste.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Auf-gabenbereiche.&lt;br /&gt;
Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige An-ordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterer Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56617</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56617"/>
		<updated>2023-04-13T17:23:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines Zwangsgeldes nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e. &lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers	&lt;br /&gt;
Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine An-schrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausge-stellt werden müsste.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Auf-gabenbereiche.&lt;br /&gt;
Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige An-ordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263). Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
==Weiterer Betreuerausweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Betreuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufgabenbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts enthält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entgegensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der geschlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56616</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56616"/>
		<updated>2023-04-13T17:22:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Allgemeines */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines Zwangsgeldes nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e. &lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers	&lt;br /&gt;
Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine An-schrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausge-stellt werden müsste.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Auf-gabenbereiche.&lt;br /&gt;
Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige An-ordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263). Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56615</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:20:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Inhalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines Zwangsgeldes nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Be-treuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufga-benbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts ent-hält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entge-gensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der ge-schlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin ist in dem Betreuerausweis der [[Aufgabenkreis]] mit den einzelnen Aufgabenbereichen vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e. &lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält folgende Angaben:&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Gerichts und des Geschäftszeichens&lt;br /&gt;
Bezeichnung des Betreuten und des Betreuers	&lt;br /&gt;
Betreuter und Betreuer werden so bezeichnet, dass sie eindeutig zu identifizieren sind, also mindestens mit Vor- und Nachnamen und Angabe des Geburtsdatums, falls bekannt. Auch eine An-schrift kann im Betreuerausweis angegeben werden. Davon wird allerdings von vielen Gerichten aus Effizienzgründen abgesehen, da bei jeder Änderung einer Anschrift ein neuer Ausweis ausge-stellt werden müsste.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines Vereinsbetreuers oder Behördenbetreuers die Bezeichnung als solcher sowie die Bezeichnung des Vereins bzw. der Behörde.&lt;br /&gt;
Bei beruflichen Betreuern erfolgt keine entsprechende Bezeich-nung. Üblich ist in der Praxis dagegen die entsprechende Be-zeichnung, wenn der Betreuer als vorläufiger Betreuer, Ergän-zungs- oder Verhinderungsbetreuer eingesetzt ist. &lt;br /&gt;
Aufgabenkreis des Betreuers unter Benennung der einzelnen Auf-gabenbereiche.&lt;br /&gt;
Einwilligungsvorbehalt, soweit angeordnet, mit Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärungen.&lt;br /&gt;
Bei Bestellung eines vorläufigen Betreuers durch einstweilige An-ordnung das Ende der einstweiligen Maßnahme.&lt;br /&gt;
Angaben über eine Befreiung gemäß §§ 1859, 1860 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263). Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
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	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56614</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-04-13T17:18:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Allgemeines */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 Abs. 1 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ändern sich Angaben, z.B. die Aufgabenbereiche, ist die Bestellungsurkunde zu berichtigen oder es wird ein neuer Ausweis ausgestellt und der bisherige eingezogen. Sollte das Betreuungsverfahren an ein anderes Gericht abgegeben werden, ist von dem übernehmenden Gericht ein neuer Ausweis auszustellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis ist nach Beendigung der Betreuung oder wenn der Ausweis aus anderen Gründen seine Richtigkeit verliert (z.B. nach Entlassung des Betreuers, Änderung des Aufgabenkreises oder Wegfall der Befristung), an das Gericht zurückzugeben, § 290 Abs. 3 FamFG. Die Rückgabe kann mit Festsetzung eines Zwangsgeldes nach § 35 FamFG durchgesetzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestellung von mehreren Betreuern mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder mit identischem Aufgabenbereich mit dem Recht zur Einzelvertretung erhält jeder Betreuer einen eigenen Betreuerausweis. Sind mehrere Betreuer bestellt, die nur gemeinschaftlich handeln dürfen, wird entweder eine gemeinsame Urkunde ausgestellt, die beide Betreuer bezeichnet oder es wird für jeden Betreuer ein Ausweis ausgestellt, der das gemeinschaftliche Vertretungsverhältnis und die Bezeichnung des weiteren Betreuers enthält. Verhinderungsbetreuer, die gemäß § 1817 Abs. 4 BGB bestellt sind, erhalten einen Ausweis, der auch den Hauptbetreuer ausweist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
327&lt;br /&gt;
Auf Antrag des Betreuers erstellt das Gericht einen gesonderten Be-treuerausweis, der nur eingeschränkte Angaben zu den Aufga-benbereichen oder der Anordnung eines Einwilligungsvorbehalts ent-hält, wenn dies zur Beachtung berechtigter Interessen des Betreuten erforderlich ist und der Schutz des Rechtsverkehrs dem nicht entge-gensteht, § 290 Abs. 2 FamFG. Diese Regelegung dient dem Interesse des Betreuten auf Geheimhaltung bestimmter Informationen, die im Rechtsverkehr nicht erforderlich sind. So ist es beispielsweise für ein Kreditinstitut oder den Vermieter ohne Belang, ob zum Aufgaben-kreis auch die Freiheitsentziehung durch die Anordnung der ge-schlossenen Unterbringung gehört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
324&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin sind in dem Betreuerausweis die [[Aufgabenkreis|Aufgabenkreise]] vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB). Die Urkunde dient als Nachweis über die [[gesetzlicher Vertreter|gesetzliche Vertretung]] gegenüber anderen Stellen. Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. Nach dem [[Schlusstätigkeiten|Ende der Betreuung]] hat der bisherige Betreuer die Urkunde an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263). Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56613</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56613"/>
		<updated>2023-04-13T17:06:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Der Rechtspfleger ist zuständig: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; &lt;br /&gt;
*Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869 BGB), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56612</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
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		<updated>2023-04-13T17:04:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869 BGB), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56611</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56611"/>
		<updated>2023-04-13T17:04:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Der Rechtspfleger ist zuständig: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869 BGB), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56610</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56610"/>
		<updated>2023-04-13T17:03:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869 BGB), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56609</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56609"/>
		<updated>2023-04-13T16:58:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869 BGB), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 KastrG, Nr. 8&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach §§ 3 Abs. 1 Satz 2, 6 Abs. 2 Satz 1, 7 Abs. 3 Satz 2, 9 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen, Nr. 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56608</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56608"/>
		<updated>2023-04-13T16:57:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869 BGB), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden, Nr. 8&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach §§ 3 Abs. 1 Satz 2, 6 Abs. 2 Satz 1, 7 Abs. 3 Satz 2, 9 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen, Nr. 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56607</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
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		<updated>2023-04-13T16:45:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869 BGB), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden, Nr. 8&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach §§ 3 Abs. 1 Satz 2, 6 Abs. 2 Satz 1, 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56606</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56606"/>
		<updated>2023-04-13T16:42:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869 BGB), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden, Nr. 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56605</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
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		<updated>2023-04-13T16:41:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden, Nr. 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56604</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
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		<updated>2023-04-13T16:40:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Überprüfung der Betreuerauswahl (§ 291 FamFG), Nr. 3&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung (§ 1871 Abs. 4 BGB), Nr. 3 und 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden, Nr. 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56603</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56603"/>
		<updated>2023-04-13T16:36:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers (§ 1869), Nr. 2&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]], Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises (§ 1871 Abs. 1 bis 3 BGB), Nr. 3 &lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung, Nr. 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden, Nr. 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56602</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56602"/>
		<updated>2023-04-13T16:31:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind gemäß § 15 RpflG vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, Nr. 1&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, Nr. 1;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1868 Abs. 7 BGB) und Bestellung einer Einzelperson als Betreuer, Nr. 1 &lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung, Nr. 4&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), Nr. 4&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), Nr. 6&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), Nr. 7&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden, Nr. 8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren ist der Richter zuständig für&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56601</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
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		<updated>2023-04-13T16:26:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]] bei Aufhebung oder Widerruf der [[Registrierung]] des beruflichen Betreuers (§ 1868 Abs. 2 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1868 Abs. 4 BGB); Bestellung des neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), § 15 Nr. 7 RpflG&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), § 15 Nr. 6 RpflG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56600</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56600"/>
		<updated>2023-04-13T16:23:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 1868 Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), § 15 Nr. 7 RpflG&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), § 15 Nr. 6 RpflG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56599</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56599"/>
		<updated>2023-04-13T16:21:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflG;&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), § 15 Nr. 7 RpflG&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), § 15 Nr. 6 RpflG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56598</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56598"/>
		<updated>2023-04-13T16:21:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), § 15 Nr. 7 RpflG&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), § 15 Nr. 6 RpflG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung nach § 6 des Gesetzes über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56597</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56597"/>
		<updated>2023-04-13T16:19:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), § 15 Nr. 7 RpflG&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], (§ 1831 BGB)&lt;br /&gt;
* Genehmigung von ärztlichen Zwangsmaßnahmen (§ 1832 BGB)&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56596</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56596"/>
		<updated>2023-04-13T16:18:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entscheidung bei Streitigkeiten über Bestimmung des Umgangs und des Aufenthalts (§ 1834 BGB), § 15 Nr. 7 RpflG&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56595</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56595"/>
		<updated>2023-04-13T16:15:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es (§ 1825 BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en (§ 1829 BGB), § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], (§ 1830 BGB), § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56594</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56594"/>
		<updated>2023-04-13T16:08:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816, 1818, 1819 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en, {{Zitat de §|1904|bgb}} BGB, § 297 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], {{Zitat de §|1905|bgb}} BGB, § 298 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56593</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56593"/>
		<updated>2023-04-13T16:07:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] (§ 1817 Abs. 1 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Verhinderungsbetreuer]]s (§ 1817 Abs. 4 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en, {{Zitat de §|1904|bgb}} BGB, § 297 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], {{Zitat de §|1905|bgb}} BGB, § 298 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56592</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56592"/>
		<updated>2023-04-13T16:04:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] ({{Zitat de §|1899|bgb}} BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en, {{Zitat de §|1904|bgb}} BGB, § 297 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], {{Zitat de §|1905|bgb}} BGB, § 298 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56591</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56591"/>
		<updated>2023-04-13T16:03:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines [[Kontrollbetreuers]], Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] ({{Zitat de §|1899|bgb}} BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en, {{Zitat de §|1904|bgb}} BGB, § 297 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], {{Zitat de §|1905|bgb}} BGB, § 298 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56590</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56590"/>
		<updated>2023-04-13T16:03:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Kontrollbetreuers, Suspendierung einer Vorsorgevollmacht und Erteilung einer Genehmigung zum Widerruf einer Vorsorgevollmacht (§ 1820 Abs. 3 bis 5 BGB, § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] ({{Zitat de §|1899|bgb}} BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en, {{Zitat de §|1904|bgb}} BGB, § 297 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], {{Zitat de §|1905|bgb}} BGB, § 298 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56589</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56589"/>
		<updated>2023-04-13T16:00:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Dem Richter sind vorbehalten: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1814, 1815, 1816 BGB), § 15 Nr. 1 RpflG&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] ({{Zitat de §|1899|bgb}} BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en, {{Zitat de §|1904|bgb}} BGB, § 297 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], {{Zitat de §|1905|bgb}} BGB, § 298 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Rechtspfleger&amp;diff=56588</id>
		<title>Rechtspfleger</title>
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		<updated>2023-04-13T15:53:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Status des Rechtspflegers */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Gerichtsgebaeude.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Zuständigkeiten beim Betreuungsgericht==&lt;br /&gt;
Gemäß § 3 Ziffer 2 b RpflG ist das Betreuungsverfahren auf den Rechtspfleger übertragen. Die dem [[Betreuungsrichter]] vorbehaltenen Entscheidungen finden sich in § 15 RpflG. &lt;br /&gt;
===Der Rechtspfleger ist zuständig:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist sowohl was die Paragraphen als auch den Inhalt betrifft, an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Beratung]] des Betreuers, § 1861 BGB&lt;br /&gt;
* Führung der [[Verpflichtungsgespräch]]e mit den ehrenamtlichen Betreuern, § 1861 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* Ausstellung der [[Bestellungsurkunde]], § 290 FamFG&lt;br /&gt;
* Führung der [[Anfangsgespräch]]e in ehrenamtlich geführten Betreuungen, § 1863 Abs. 2 BGB&lt;br /&gt;
* [[Beaufsichtigung|Aufsicht]] über den Betreuer, § 1862 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der Berichte des Betreuers, § 1863 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung des Vermögensverzeichnisses, § 1835 BGB&lt;br /&gt;
* Prüfung der jährlichen Rechnungslegungen und der Schlussabrechnung,§ 1865 BGB und § 1873 BGB&lt;br /&gt;
* Bearbeitung von [[Wohnungsangelegenheiten|Mietverhältnismitteilungen]] nach § 1833 Abs. 2 BGB und Genehmigung der [[Wohnungsangelegenheiten|Kündigung]], der Aufgabe der Wohnung aufgrund Erklärung des Betreuers, der Vermietung oder dem Verkauf der Wohnung des Betroffenen, § 1833 Abs. 3 BGB, § 299 FamFG&lt;br /&gt;
* Erteilung von [[Genehmigungspflichten|Genehmigungen]] innerhalb der Aufgabenbereiche [[Vermögenssorge]] und Nachlassangelegenheiten, insbesondere nach §§ 1848, 1849, 1850, 1851, 1852, 1853, 1854 BGB; § 299 FamFG und Prüfung der Mitteilungen nach §§ 1846, 1847 BGB&lt;br /&gt;
*Bestellung eines [[Ergänzungsbetreuer]]s gemäß § 1817 Abs. 5 BGB&lt;br /&gt;
*[[Betreuerwechsel|Betreuerentlassung]], wenn der Betreute einen gleich geeigneten Betreuer vorschlägt, § 1868 Abs. 5 BGB, und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB&lt;br /&gt;
* Entlassung des [[Vereinsbetreuer]]s/[[Behördenbetreuer]]s auf Antrag des Vereins bzw. der Behörde, § 1868 Abs. 6 Satz 1 und 3 BGB und Bestellung des neuen Betreuers, § 1869 BGB; Entscheidung, dass der Vereins-/Behördenbetreuer die Betreuung künftig als Privatperson weiterführt, § 1868 Abs. 6 Satz 2 und 3 BGB&lt;br /&gt;
*Entscheidung über [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]], §§ 292, 292a FamFG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 31.12.2022 war der Rechtspfleger für die Bestellung eines [[Kontrollbetreuer]]s nach § 1896 BGB a.F. zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dem Richter sind vorbehalten:===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Achtung: diese Seite ist muss noch an die Rechtslage ab 1.1.2023 angepasst werden.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines Betreuers und Bestimmung des [[Aufgabenkreis]]es einschließlich späterer Erweiterungen und Beschränkungen des Aufgabenkreises (§§ 1896, 1897 BGB, § 15 Nr. 1 RpflgG; Ausnahme § 1896 Abs. 3 BGB ([[Kontrollbetreuer]];&lt;br /&gt;
* [[Bestellung mehrerer Betreuer]] ({{Zitat de §|1899|bgb}} BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerbestellung]] und [[Einwilligungsvorbehalt]] für Siebzehnjährige (§§ 1896, {{Zitat de §|1903|bgb}},1908 a BGB), § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Betreuerwechsel|Entlassung des Betreuers]], wenn ein wichtiger Grund vorliegt ({{Zitat de §|1908b|bgb}} Abs. 1 BGB); Bestellung eines neuen Betreuers, § 15 Nr. 1 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Betreuers, wenn ihm die Betreuung nicht mehr zugemutet werden kann (§ 1908 b Abs. 2 BGB); Bestellung des neuen Betreuers;&lt;br /&gt;
* Entlassung des Vereins bzw. der Behörde als Betreuer (§ 1908 b Abs. 5 BGB); - Bestellung einer Einzelperson als Betreuer;&lt;br /&gt;
* Bestellung eines neuen Betreuers bei Tod des alten Betreuers ({{Zitat de §|1908c|bgb}} BGB), § 15 Nr. 2 RpflgG;; in Bayern ist hierfür der Rechtspfleger zuständig&lt;br /&gt;
* [[Aufhebung der Betreuung]] ({{Zitat de §|1908d|bgb}} Abs. 1 BGB), ab 1.9.2009 § 294 FamFG, § 15 Nr. 3 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Erlass von [[einstweilige Anordnung|einstweiligen Anordnungen]] nach {{Zitat de §|69f|fgg}} FGG, - Maßnahmen nach {{Zitat de §|1846|bgb}} BGB; ab 1.9.2009 §§ 300 - 302 FamFG&lt;br /&gt;
* bei Bestellung eines Vereins/einer Behörde zum Betreuer die gerichtliche Entscheidung, wenn der Betroffene mit der vom Verein/Behörde zum Betreuer ausgewählten Person nicht einverstanden ist; entsprechende Weisungen an den Verein/die Behörde.&lt;br /&gt;
* Anordnung des [[Einwilligungsvorbehalt]]es ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB), dessen Aufhebung, Einschränkung, Erweiterung; , § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* [[Genehmigung der Heilbehandlung|Genehmigung der Einwilligung]] in gefährliche [[Heilbehandlung]]en, {{Zitat de §|1904|bgb}} BGB, § 297 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der Einwilligung in eine [[Sterilisation]], {{Zitat de §|1905|bgb}} BGB, § 298 FamFG, § 15 Nr. 4 RpflgG;&lt;br /&gt;
* Genehmigung der freiheitsentziehenden [[Unterbringung]], {{Zitat de §|1906|bgb}} BGB;&lt;br /&gt;
* Anordnung einer Betreuung aufgrund dienstrechtlicher Vorschriften (also bei Beamten, Soldaten, Richtern, Notaren), , § 15 Nr. 6 RpflgG;&lt;br /&gt;
*Entscheidungen nach § 1632 Abs. 1 bis 3, § 1797 Abs. 1 Satz 2 und § 1798 BGB; § 15 Nr. 7 RpflgG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ermächtigung der Landesregierungen kann ein Teil der Richtervorbehalte von den Bundesländern nach Maßgabe des § 19 RpflG aufgehoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status des Rechtspflegers==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rechtspfleger sind sachlich unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden, (§ 9 RpflG).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Entscheidungen des Rechtspflegers sind die gleichen Rechtsmittel wie für richterliche Entscheidungen gegeben (§ 11 RpflG). Aber: Sieht das Gesetz kein Rechtsmittel vor, ist - im Gegensatz zu richterlichen Entscheidungen - die Erinnerung binnen 2 Wochen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ablehnungsanträge von Verfahrensbeteiligten entscheidet der Richter (§ 10 RpflG). Ist die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erforderlich, ist das Verfahren ebenfalls dem Richter vorzulegen (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 RpflG)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Richter darf eine Entscheidung, für die Zuständigkeit des Rechtspflegers gegeben ist, an sich ziehen, wenn ein enger Sachzusammenhang zwischen einem Richter- und einem Rechtspfleger-Geschäft gegeben und eine getrennte Behandlung nicht sachdienlich ist (§ 5 Abs. 1, Nr. 2 RpflG, § 6 RpflG). Dies kommt im Betreuungsverfahren insbesondere dann vor, wenn wegen Umzugs der betreuten Person in eine Einrichtung und erforderlicher Auflösung der Wohnung der Aufgabenkreis um die Wohnungsangelegenheiten zu erweitern und die Erteilung einer Genehmigung der Wohnungskündigung nach § 1833 BGB erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidet der Richter in Verfahren, für die Rechtspflegerzuständigkeit gegeben ist, ist die Entscheidung dennoch wirksam, § 8 Abs. 1 RpflG. Im umgekehrten Fall (der Rechtspfleger entscheidet eine ihm nicht übertragbare Sache) ist die Entscheidung unwirksam (§ 8 Abs. 4 RPflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Streit oder Ungewissheit über die funktionelle Zuständigkeit trifft der Richter die Bestimmung über die Zuständigkeit (§ 7 RpflG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Dienstaufsichtsbeschwerden von Verfahrensbeteiligten über die Arbeit des Rechtspflegers, z.B. bei einer unzumutbaren zögerlichen Bearbeitung von Anträgen, entscheidet die Gerichtsleitung. Ist ein Verfahrenbeteiligter mit einer Entscheidung des Rechtspflegers, z.B. der Erteilung einer Weisung gemäß § 1862 Abs. 3 BGB, oder die Zurückweisung eines Antrags nicht einverstanden, kann er Beschwerde gemäß §§ 58 bis 69 FamFG einlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Videos und Podcasts==&lt;br /&gt;
*[https://betroyt.de/podcast/folge-106-rechtspfleger-ueber-die-ausbildung-zum-kleinen-richter/ Podcast betroyt.de zum Thema Rechtspfleger]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dieser Abschnitt wird noch aktualisiert.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Dümig: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 248&lt;br /&gt;
*Eickmann: Das rechtliche Gehör in Verfahren vor dem Rechtspfleger; Rpfleger 1982, 449&lt;br /&gt;
*ders.: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 245&lt;br /&gt;
*Engelhardt: Die Vorlage an den Richter gem. § 5 Rechtspflegergesetz; Rpfleger 1964, 295&lt;br /&gt;
*Habscheid: Verfahren vor dem Rechtspfleger - rechtliches Gehör und faires Verfahren; Rpfleger 2001, 209&lt;br /&gt;
*[http://vgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Aufsaetze/Klie/Welches_Richterbild_entspricht_dem_Betreuungsgesetz_BtPrax2-93.pdf Klie: Welches Richterbild entspricht dem Betreuungsgesetz? In: BtPrax 2/1993 (50 KB)]&lt;br /&gt;
*Klüsener: Die Kompetenzen des Rechtspflegers im Betreuungsrecht; Rechtspfleger-Studienhefte 1993, 40&lt;br /&gt;
*Meyer-Stolte: Zur Frage der richterlichen Tätigkeit von Rechtspflegern, Rpfleger 1988, 243&lt;br /&gt;
*Sonnenfeld: Anhörungspflicht bei nachlassgerichtlicher Genehmigung; Rpfleger 2000, 246&lt;br /&gt;
*Westphal: Rechtliches Gehör in Nachlasssachen; Rpfleger 1980, 204&lt;br /&gt;
*Zimmermann: Richter- und Rechtspflegerhaftung im Betreuungsrecht; BtPrax 2008, 185&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzinfo zur Betreuungsreform 2023==&lt;br /&gt;
*[https://e1.pcloud.link/publink/show?code=XZkv3YZ0hADyg3AVsbCfDQ1YtHpBuVONmK7 Kurzinfo des Bundesjustizministers zur Reform für Rechtspfleger/innen, PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56353</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-02-20T20:12:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Beendigung der Betreuung ist der Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin sind in dem Betreuerausweis die [[Aufgabenkreis|Aufgabenkreise]] vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB). Die Urkunde dient als Nachweis über die [[gesetzlicher Vertreter|gesetzliche Vertretung]] gegenüber anderen Stellen. Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. Nach dem [[Schlusstätigkeiten|Ende der Betreuung]] hat der bisherige Betreuer die Urkunde an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263). Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56352</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-02-20T20:11:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Aussehen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Betreuerausweis.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Beendigung der Betreuung ist der Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin sind in dem Betreuerausweis die [[Aufgabenkreis|Aufgabenkreise]] vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB). Die Urkunde dient als Nachweis über die [[gesetzlicher Vertreter|gesetzliche Vertretung]] gegenüber anderen Stellen. Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. Nach dem [[Schlusstätigkeiten|Ende der Betreuung]] hat der bisherige Betreuer die Urkunde an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aussehen==&lt;br /&gt;
[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263). Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56351</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56351"/>
		<updated>2023-02-20T20:11:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: /* Allgemeines */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Betreuerausweis.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 FamFG). Diese Urkunde, auch Betreuerausweis genannt, dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Beendigung der Betreuung ist der Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin sind in dem Betreuerausweis die [[Aufgabenkreis|Aufgabenkreise]] vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB). Die Urkunde dient als Nachweis über die [[gesetzlicher Vertreter|gesetzliche Vertretung]] gegenüber anderen Stellen. Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. Nach dem [[Schlusstätigkeiten|Ende der Betreuung]] hat der bisherige Betreuer die Urkunde an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aussehen==&lt;br /&gt;
[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
Das Aussehen des Betreuerausweises ist von Gericht zu Gericht unterschiedlich (meist ist es ein grünes Faltblatt im Format DIN A 6). Ausgestellt wird der Betreuerausweis von dem zuständigen Rechtspfleger, im Gegensatz zu dem Beschluss, dieser wird vom Richter gefertigt. Im Rahmen der Aushändigung des Betreuerausweises wird der Betreuer vom Rechtspfleger über seine [[Betreuerpflichten|Pflichten]] informiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263). Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/index.php?title=Betreuerausweis&amp;diff=56350</id>
		<title>Betreuerausweis</title>
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		<updated>2023-02-20T20:09:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;UThielke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Betreuerausweis.jpg|right]]&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Sämtliche Betreuer erhalten, sobald sie bestellt sind, eine Urkunde über ihre Bestellung (§ 290 FamFG). Diese dient dem Betreuer im Rechtsverkehr als Nachweis, dass er für den Betreuten als gesetzlicher Vertreter handeln darf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bestellungsurkunde hat keine konstitutive Wirkung und dient als Ausweis, nicht als Zeugnis.  Die Urkunde bzw. der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde, keinen Gutglaubensschutz (§ 172 BGB) im Rechtsverkehr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Erteilung der Urkunde ist der [[Rechtspfleger]] zuständig. Die meisten Gerichte geben die Betreuerausweise auf grünem Papier aus. Der Betreuerausweis wird dem Betreuer übersandt oder an ehrenamtliche Betreuer im [[Verpflichtungsgespräch]] ausgehändigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Beendigung der Betreuung ist der Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalt==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu dem [[Gerichtsbeschluss|Beschluss]] des Betreuungsgerichtes (§ 286 FamFG) sind in dem Betreuerausweis keine Gründe für die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung angegeben, da diese nicht öffentlich sind (§ 170 GVG). Weiterhin sind in dem Betreuerausweis die [[Aufgabenkreis|Aufgabenkreise]] vermerkt, in deren Rahmen der rechtliche Betreuer für den Betreuten tätig werden darf sowie ggf. die Anordnung von [[Einwilligungsvorbehalt]]en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis enthält die Namen der betreuten Person und des Betreuers (bei [[Vereinsbetreuer|Vereins-]] oder [[Behördenbetreuer]]n auch den Namen der jeweiligen Institution), den oder die [[Aufgabenkreis]]e sowie den oder die [[Einwilligungsvorbehalt]]e ({{Zitat de §|1903|bgb}} BGB). Die Urkunde dient als Nachweis über die [[gesetzlicher Vertreter|gesetzliche Vertretung]] gegenüber anderen Stellen. Sie ist sorgfältig aufzubewahren und zusammen mit dem Personalausweis zu verwenden, da sie kein Foto enthält. Die Urkunde sollte nicht im Original an Dritte übersandt werden, hierfür reichen (beglaubigte) Kopien aus. Nach dem [[Schlusstätigkeiten|Ende der Betreuung]] hat der bisherige Betreuer die Urkunde an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aussehen==&lt;br /&gt;
[[Bild:betreuerausweis1.jpg|right]]&lt;br /&gt;
Das Aussehen des Betreuerausweises ist von Gericht zu Gericht unterschiedlich (meist ist es ein grünes Faltblatt im Format DIN A 6). Ausgestellt wird der Betreuerausweis von dem zuständigen Rechtspfleger, im Gegensatz zu dem Beschluss, dieser wird vom Richter gefertigt. Im Rahmen der Aushändigung des Betreuerausweises wird der Betreuer vom Rechtspfleger über seine [[Betreuerpflichten|Pflichten]] informiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Funktion==&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis muss vom Betreuer bei wichtigen Rechtshandlungen dem jeweiligen Vertrags- oder Ansprechpartner (Bank, Vermieter, Behörden, Ärzte usw.) vorgelegt werden.  Nach dem [[:Kategorie:Betreuungsende|Ende der Betreuung]], z.B. durch Tod des Betreuten oder Betreuerwechsel hat der Betreuer den Betreuerausweis an das Gericht zurückzugeben ({{Zitat de §|1893|bgb}} BGB) (dort noch mit dem veralteten Begriff Bestallungsurkunde). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Betreuerausweis begründet, anders als eine Vollmachtsurkunde ({{Zitat de §|172|bgb}} BGB), keinen Gutglaubensschutz für den Vertragspartner (RG 74, 263). Der Vertragspartner, z.B. eine Bank oder Sparkasse, kann nicht gutgläubig vom Fortbestand des Beteueramtes ausgehen, nur weil der Betreuer noch seinen Ausweis vorlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechtswirksamkeit der [[Betreuerbestellung]], also das Bestehen von [[Betreuerpflichten|Rechten und Pflichten des Betreuers]] hat im übrigen anders als oft vermutet nichts mit der Aushändigung des Betreuerausweises zu tun. Die Betreuerbestellung wird mit Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses an den Betreuten wirksam (§ 287 Abs. 1 FamFG). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sogar möglich, dass die Betreuerbestellung bereits wirksam ist, obwohl der Betreuer noch nichts davon weiß; nämlich in den Fällen, in denen das [[Betreuungsgericht|Gericht]] die sofortige Wirksamkeit angeordnet hat; in solchen Fällen wird auch mit Bekanntgabe des Beschlusses an den Betreuten, den [[Verfahrenspfleger]] (soweit bestellt) oder die Übergabe des Beschlusses an die Geschäftsstelle des Betreuungsgerichtes wirksam (§ 287 Abs. 2 FamFG).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kontoeröffnung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung eines Kontos durch den Betreuer kann dieser oft den Personalausweis des Betreuten nicht vorlegen, weil dieser keinen besitzt oder ihn nicht herausgibt. An sich wäre die Vorlage des Ausweises nach § 12 Geldwäschegesetz nötig. § 1 der Zahlungskonto-Identitätsprüfungsverordnung - ZIdPrüfV sieht für Betreuer hier eine Ausnahme vor. Es reicht zur Legitimation der Betreuerausweis gemeinsam mit dem Personalausweis des Betreuers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Tätigkeitsbericht des Datenschutzbeauftragten Berlin 2019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Betreuerinnen und Betreuer haben sich im Zusammenhang mit der Betreuung gegenüber Dritten, also etwa Behörden, Ärzten, Kreditinstituten etc. zu legitimie­ren, um die Interessen der Betroffenen wahrnehmen zu können. Zu diesem Zweck erstellen die Betreuungsgerichte Ausweise. Solche Ausweise enthalten neben der Betreuereigenschaft auch Angaben zu den Aufgabenkreisen der Betreuerin bzw. des Betreuers. Im konkreten Fall war der Betreuer für die Vermögenssorge zu­ständig. Während der Betreuungsausweis keine Informationen über die Gründe für die An­ordnung der Betreuung enthält, ist in dem Betreuungsbeschluss genau darge­stellt, welche körperlichen und/oder psychischen Erkrankungen eine Betreuung erforderlich machen. Diese weitergehenden Informationen benötigt die Bank je­doch nicht, um zu überprüfen, ob die Betreuerin bzw. der Betreuer die betroffene Person bei der Vermögenssorge vertreten kann. Die Anforderung dieser Unter­lagen war somit rechtswidrig. Die Bank hat den Fehler eingeräumt und sagte zu, sich künftig nur noch Betreuungsausweise vorgelegen zu lassen. Die Betreuerin bzw. der Betreuer legitimiert sich gegenüber Dritten aus­schließlich durch die Vorlage des Betreuungsausweises.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtsprechung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Frankfurt/Main Beschl v. 19.8.2004, 20 W 315/04&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;,  JurionRS 2004, 49525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestellt das nach § 65 V FGG (jetzt § 272 I Nr. 3 FamFG) zuständige Gericht einen vorläufigen Betreuer, so hat es vor Übersendung des Vorgangs an das nach § 65 Abs. 1 FGG (jetzt § 272 I Nr. 1 FamFG) zuständige Gericht in der Regel den vorläufigen Betreuer mündlich zu verpflichten und ihm den Betreuerausweis auszuhändigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;LG Oldenburg Urt v 15.5.2009, 13 S 62/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird festgestellt, dass die Bank nicht berechtigt ist, die Entgegennahme und vertragsgerechte Umsetzung rechtsgeschäftlicher Erklärungen, die der jeweilige Betreuer des Klägers im Rahmen seines Aufgabenkreise betreffend das von der Beklagten für den Kläger geführte Girokonto in Vertretung des Klägers ihr gegenüber abgibt, von der Vorlage eines Betreuerausweises abhängig zu machen,  wenn der Beklagten gegenüber eine Vorlage des Betreuerausweis berets einmalig erfolgt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BGH Beschl v 30.3.2010, XI ZR 184/09&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, BtPrax 2010, 125 = FamRZ 2010, 968 = JurionRS 2010, 13948 = RVG prof 2010, 199&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie bei der Betreuung - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;KG Beschl v. 13.3.2012, 1 W 542/11;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; BtPrax 2012, 123 = FamRZ 2012, 1165 = FGPrax 2012, 145 = JurionRS 2012, 12229 = MDR 2012, 654 = NotBZ 2012, 219 = ZEV 2013, 95&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelt für einen an einer Auflassung Beteiligten ein Betreuer, so weist dieser seine Vertretungsmacht durch Vorlage seiner einen einschlägigen Aufgabenkreis umfassenden Bestellungsurkunde nach § 290 FamFG nach. Ferner bedarf es der Vorlage des Beschlusses des Betreuungsgerichts über die Genehmigung des Rechtsgeschäfts nach §§ 19081, 1821 BGB und dem Wirksamkeit des Genehmigungsbeschlusses gemäß §§ 1908i, 1828, 1829 BGB.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VerfG Brandenburg, Beschluss vom 16.01.2015 – VfGBbg 37/14&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vertretungsmacht des Verfahrensbevollmächtigten beruhte nicht auf einer diesem rechtsgeschäftlich erteilten Vollmacht, sondern auf dem Gesetz. Bei der Bestellungsurkunde des Betreuers nach § 290 FamFG handelt es sich gerade nicht um eine Vollmacht (BGH FamRZ 2010, 968). Der Verfahrensbevollmächtigte ist als Betreuer gesetzlicher Vertreter der Beschwerdeführerin (§ 1896 Abs. 2 Satz 2, § 1902 BGB). Als solcher war (und ist) er befugt, im Rahmen seines Aufgabenkreises gegenüber dem Gericht Erklärungen für die Beschwerdeführerin abzugeben (§ 51 Abs. 1, § 53 ZPO).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Hildesheim, Beschl. vom 21.07.2015, 5 T 151/15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postfachadresse des Betreuers ist ausreichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen der Ansicht der Verfahrenspflegerin seien keine Bedenken zu erheben, weil die Betreuerin als ladungsfähige Anschrift lediglich ihre Postfachnummer angegeben hatte. Das Landgericht sah dies nicht als Kriterium für die fehlende Eignung der rechtlichen Betreuerin an.  Ob und auf welche Weise der Kontakt zu einem berufsmäßig tätigen Betreuer möglich ist, ist seiner Entscheidung vorbehalten. Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Betreuer außer über das Telefon auch unmittelbar in seinem Büro durch Angabe der Anschrift erreichbar ist. Entscheidend sei vielmehr, dass die betreute Person weiß, auf welchem Wege sie ihren Betreuer kontaktieren kann. Die Betreuerin hatte im Fall in ihrem Briefbogen die Kommunikation sichergestellt, weil sie neben dem Postfach die Festnetz- und Mobilfunknummer sowie Fax und E-Mail-Adresse angegeben hatte. Folglich war die Betreuerin für die betreute Person umfassend erreichbar. Aber auch Zustellungen können über die Postfachadresse wirksam bewirkt werden. Das Landgericht wies darauf hin, dass nach Erlass des Zustellungsreformgesetzes vom 25.06.2001 die Zustellung über ein Postfach erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;OLG Hamm Beschl v 31.8.2016 - 15 W 308/16, JurionRS 2016, 29529&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachweis der gesetzlichen Vertretungsmacht des Betreuers zum Zeitpunkt der notariellen Beurkundung kann auch durch den Beschluss des Betreuungsgerichts geführt werden, durch den dem Betreuer unter Angabe des Aufgabenkreises die Genehmigung zu der rechtsgeschäftlichen Erklärung erteilt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2021/_09/_13/Petition_126230.nc.html Bundestagspetition von 2021 zur Umstellung des Betreuerausweises im Scheckkartenformat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bienwald: Die abhandengekommende Bestellungsurkunde; Rechtspfleger-Sudienhefte 2017, 89&lt;br /&gt;
*ders.: Vorlage des Ausweises oder des Bestellungsbeschlusses; Rpfl-Stud 2021, 205&lt;br /&gt;
*Günther: Legitimationsprüfungen bei Erben, Betreuern und Bevollmächtigten, NJW 2013, 3681&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betreuungsverfahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infos zum [[Betreuungsrecht-Lexikon:Haftungsausschluss|Haftungsausschluss]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UThielke</name></author>
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